Mit dem Disco-Industrial-Spoken-Word-Intro „Psychoplasmics“ führen BLOOD FREAK aus Portland, Oregon den Hörer noch ganz schön an der Nase herum, aber bei „Merchants Of Sleaze“ wird dann doch wieder alles klar wie Blutwurstbrät: Grindcore á la CARCASS, HAEMORRHAGE und PHOBIA trifft auf todesbleierne EXHUMED, MORTICIAN, DERANGED und TERRORIZER, und etwas auflockernder Derb-Thrash bringt noch einiges an Dynamik ins Spiel.
Eine große Rolle spielt natürlich auch auf dem vierten Album Horrorfilm-Stoff aus den Siebzigern und Achtzigern, allen voran der Streifen, dem die Band ihren Namen verdankt. Ein paar Melodien und fremdartige Einflüsse – meist in ironisch-pervertierter Form – runden das wilde Gemetzel gekonnt ab. Sowieso strotzt „Mindscraper“ nur so vor Abwechslung. Auch die verhältnismäßig langen Songs sind in sich variabel und ereignisreich, und für den Sektor, den BLOOD FREAK bedienen, genießt technischer Anspruch einen deutlich über dem Durchschnitt liegenden Stellenwert. Von Monotonie, wie sie viele Kapellen im Death-/Grind-Mischbereich leider an den Tag legen, ist bei diesen Amis nichts zu hören, und speziell die Spielfreude, die nicht zuletzt auch im besessenen Gegrunze, Geiärghse und Gequöurghse von Kevlar und Maniac Neil herauszuhören ist, lässt dieses Werk zu einem kleinen Fest werden.
FAZIT: BLOOD FREAK haben ordentlich einen an der Klatsche, doch „Mindscraper“ beweist, dass Nonsens auch mit Niveau dargeboten werden kann. So manche Tech-Death-Böllerband knüppelt da auch nicht komplexer als diese Jungens.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.06.2011
Maniac Neil (Studio), Brandon Stench (Live)
Kevlar, Maniac Neil
Maniac Neil
Street Trash
Willowtip/Hammerheart
44:49
17.06.2011