„Bang Your Head To Hell And Back, Shaking The Ground Of Moria.” Das ist zwar eine Textzeile, die aufgrund ihrer lyrischen Schlichtheit etwas traurig, ja, vielleicht sogar ein bisschen betroffen macht. Aber schon nach dem ersten Hören bekommt man diese Zeile, die aus „Moria“, dem Opener des vierten BLOODBOUND-Albums „Unholy Cross“, stammt, einfach nicht mehr aus dem Schädel. Eingängiger, hymnischer, ohrwurmiger kann man melodischen Metal anno 2011 kaum zelebrieren als es die Schweden hier auf weiten Strecken tun.
Als 2006 mit „Nosferatu“ das Debüt von BLOODBOUND erschien, hätte das der innovationsresistenten Power-Metal-Szene durchaus einen Tritt in den Allerwertesten versetzen können, denn so spritzig, dynamisch und packend hatte schon lange keine Combo mehr geklungen. Doch die üblichen Bäumchen-wechsel-Dich-Spielchen, mangelnde Unterstützung durch die Plattenfirma oder fehlende Livepräsenz verhinderten einen durchschlagenden Erfolg der Schweden. Wie’s richtig gemacht wird, zeigten die Landsmänner von SABATON: Die spielen an jeder Steckdose, sind heute mächtig angesagt, dürfen ungestraft üble Schunkelsongs über Konzentrationslager singen und ihre Konzertreisen „World War Tour“ nennen. Die Welt ist ungerecht.
Aber zurück zu BLOODBOUND, bei denen Ex-Tad-Morose-Sänger Urband Breed mittlerweile zum zweiten Mal die Segel gestrichen hat und durch den talentierten Patrick Johansson ersetzt wurde. Letzterer zeigt auf „Unholy Cross“ eine souveräne Leistung, beherrscht sowohl die hohen Töne wie in „Drop The Bomb“ (der nächste Killer-Refrain!) als auch etwas raueren Tonlagen („In For The Kill“).
Musikalisch bewegen sich BLOODBOUND vorwiegend im Midtempo, stets darauf bedacht, möglichst melodiös vorzugehen, pendeln dabei geschickt zwischen den üblichen Verdächtigen des Genres, also HAMMERFALL, HELLOWEEN, GAMMA RAY oder EDGUY – ohne allerdings sich des allzu plumpen Kopierens verdächtig zu machen. Auch die seltenen Momente, wenn das Gaspedal in Autobahnstellung gebracht wird („Reflections Of Evil“) oder die noch selteneren heftigen Riffattacken („Unholy Cross“) wissen zu überzeugen, einzig die reichlich pathostriefende Halbballade „Brothers Of War“ trägt dann doch eine Spur zu dick auf.
FAZIT: Breitbeinig vor den Spiegel gestellt, die Luftgitarre gestimmt, die rechte Faust keck in die Höhe gereckt – und dann mitgesungen: „Bang Your Head To Hell And Back, Shaking The Ground Of Moria”...
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.03.2011
Anders Broman
Patrik Johansson
Tomas Olsson, Henrik Olsson
Fredrik Bergh
Pelle Akerlind
AFM Records
50:29
18.03.2011