"Vor Veröffentlichung des vorliegenden Albums klang der Band-Sound ziemlich glatt", steht im Label-Info zu lesen. Sollte dies den Tatsachen entsprechen, werde ich mir das seit der Bandgründung im Jahr 2000 erschienene Vorgänger-Album sowie diverse Singles bestimmt nicht antun, denn viel glatter und weichgespülter als auf „Fragile“ kann Rock-Musik eigentlich kaum noch klingen. Die Band sortiert sich selbst stilistisch zwischen Größen wie COLDPLAY, U2, PETER GABRIEL und MUSE ein und Ähnlichkeiten zu den genannten Bands sind durchaus heraus zu hören. Ab und an erinnert die Musik auf „Fragile“ auch schon mal an eine extrem zahnlose Version von frühen LINKIN PARK, wobei die nie solche platten Schunkel-Rhythmen wie in „Coma“ verbrochen haben. Insgesamt überwiegt der Anteil an getragenen und balladesken Passagen, die gerne mit äußerst schwülstigen Keyboard-Klängen untermalt werden. Trauriger Höhepunkt in dieser Hinsicht ist das unsäglich flache „Broken Dreams“, das hart an der Schlager-Grenze rangiert und auch textlich ein echtes Lowlight auf diesem an lyrischen Beziehungs-Klischee-Peinlichkeiten ohnehin nicht eben armen Werk darstellt. Läuft „Fragile“ nur nebenbei, lässt sich dieser Umstand noch überhören, unterm Kopfhörer leider nicht mehr. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass es auch einige gelungene Songs wie z.B. den gefälligen Opener „Morning Star“ oder das nachfolgende „Save Me“ zu entdecken gibt, anschließend überwiegen aber dann die musikalische Luftnummern, die sich im Falle von „Stalker“ auch noch mit einer grenzwertigen Gesangsleistung paaren. Insgesamt fällt der extrem kanten- und konturlose Gesang des Frontmanns ohnehin weitgehend in die Kategorie „schwiegermutterkompatibel“. Die technische Umsetzung geht zwar weitgehend in Ordnung, kann aber über die songwriterischen Schwächen nicht hinwegtäuschen.
FAZIT: Sofern es diese Zielgruppe überhaupt gibt, sei „Fragile den Fans von weichgespültem Radio-Rock mit wenig eigener Substanz und geringem Hit-Potential hiermit zum Antesten empfohlen.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.01.2011
Tjet Pipars
Peter Dalhoff
Jonatan Samuelsson, Fredrik Nelsonn
Peter Dalhoff, Lorens Palmgren
Adam Börjesson
Jono Media / Liljegren Records
49:39
21.01.2011