Beim Opener „One Who Stands On The Earth“ dachte ich erst, es sei schon wieder ein neues SWANS-Album erschienen, denn das stoisch-hypnotische, tribaleske Stampfen und die akustischen Gitarren hätten so beinahe auch aus der Feder eines Michael Gira stammen können. Im weiteren Verlauf der Soloscheibe des YAKUZA-Fronters BRUCE LAMONT offenbaren sich allerdings zahlreiche andere Einflüsse, etwa von extrem pilzigen HAWKWIND, BRIGHTER DEATH NOW oder gar der instrumentalen Hälfte von DEAD WESTERN.
Rein musikalisch ist dieses teils stockfinstere Ungetüm, das neben dunklen Americana auch in Noise-, Drone-, Dark Wave- und Ambient-Gefilde ausschweift, gar nicht mal übel, wenngleich es etwas Zeit erfordert, um so richtig „reinzukommen“. BRUCE LAMONTS Stimme ist es allerdings, die häufig neben der Spur eiernd – als sei Eddie Vedder auf Klebstoff – alles zerstört, und auch mit dem Baritonsaxophon, das auf dieser Scheibe viel Platz eingeräumt bekommt, scheint er einen aussichtslosen Kampf zu führen.
FAZIT: Die leckerste Torte schmeckt nicht mehr, wenn ein Schwarm Tauben drauf kackt.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.02.2011
Bruce Lamont (alles)
At A Loss Recordings
42:43
25.01.2011