Man schmeiße Turisas, Ensiferum, Dimmu Borgir und Freedom Call in einen Mixer, streue ein paar Gitarrenkrümel Running wild und Bathory darüber und man erhält - BRYMIR. Die Finnen pendeln auf ihrem Debütalbum „Breathe Fire To The Sun“ zwischen Pagan/Viking Metal und Bierzeltmusik, ohne wirklich bleibende Spuren im Ohr des Hörers zu hinterlassen.
Die neun Songs (plus Intro) sind weitestgehend im Mid- oder Uptempo gehalten, und vermutlich wären die Songs gar nicht so übel, wenn nicht zwei Dinge wirklich kolossal nerven würden. Das ist zum einen Sänger Viktor Gullichsen, der furchtbar eindimensional growlt - ohne Charisma, ohne Abwechslung, ohne Emotion. Und das ist zum anderen die Konserven-Instrumentierung, die zentnerschwer auf den Arrangements lastet. Da bleibt kaum Luft zum Atmen, wenn Streicher, Flöten, Blasinstrumente und zusätzlich noch „Hoohoohoo“-Chöre großzügigst über die eigentlichen Songs gekleistert werden.
Hier und dort gibt es Momente, die aufhorchen lassen, nämlich dann, wenn sich die sechs Finnen mal weitgehend auf die Instrumente beschränken, die eigentlich die Hauptarbeit auf einem Metal-Album verrichten sollten. Doch sind diese Momente so rar gesät wie nüchterne finnische Eishockeyspieler nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft.
FAZIT: „Breathe Fire To The Sun“ ist von allem zu viel: Zu viel Spuren, zu viel Kleister, zu viel künstliche Sounds, zu viel Hektik. Aber leider nicht zu viel Klasse - an die vier (ja, alle vier!) am Anfang genannten Bands kommen BRYMIR zu keiner Sekunde heran.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.06.2011
Jarkko Niemi
Viktor Gullichsen
Joona Björkroth, Sean Haslam
Janne Björkroth
Sami Hänninen
Spinefarm/Soulfood
54:20
27.05.2011