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Mother Of Mercy: IV Symptoms Of Existence

Stil: Hardcore

Cover: Mother Of Mercy: IV Symptoms Of Existence

Musikklausur. Ihre Aufgabe heute:
1.) Definieren sie den Begriff Modern Hardcore in zwei Sätzen.
2.) Worin besteht der Unterschied zwischen Modern Hardcore und Metal?
3.) Ordnen sie in diesem Zusammenhang die Veröffentlichung „Symptoms Of Existence“ der US-Band MOTHER OF MERCY ein.

Zu 1.) Moderner amerikanischer Hardcore kann als einfacher Metal ohne Gitarren-Soli bezeichnet werden. Der Gesang wird eher gebrüllt als gesungen.

Zu 2.) Wenn auch oft zwischen Modernem Hardcore und Metal eine enge musikalische Verwandtschaft besteht, ist die zugrunde liegende Geisteshaltung meist eine andere. Entweder gibt man sich politisch oder wälzt sich in Selbstzerfleischung und Verzweiflung, das Wort „Schmerz“ sollte in mindestens jedem zweiten Text vorkommen.

Zu 3.) Auch wenn die Band aus Pennsylvanien ihrem aktuellen „Longplayer“ ein „IV“ voranstellt, ist es erst die zweite zumindest längere Scheibe von MOTHER OF MERCY. Den obigen Definitionen fast wörtlich folgend, fabrizieren die 5 Herren einen Bastard aus simplen Metal-Riffs, die sie geschickt mit beinahe Stoner-Rock-verwandten Groove-Parts verbinden und dabei gänzlich auf Griffbrettwichserei verzichten, statt dessen aber öfter mal das „Gitarre-Weglass-Spiel“ zur Dynamikgenerierung spielen. Inhaltlich gibt sich Sänger Robert Taylor Wilson IV, der mit einem recht durchdringenden Organ ausgestattet ist, erwartungsgemäß den drei großen „S“ - Selbstzweifel Schmerz Suizid – hin und wird nach einiger Zeit doch etwas anstrengend.

Wäre ich ein böser Mensch, würde ich behaupten, dass die in Metal-Kreisen völlig unterbewerteten DAMNATION A.D. 1995 mit „No More Dreams Of Happy Endings“ die Blaupause für MOTHER OF MERCY gelegt haben, die jetzt zwar wesentlich fetter klingen, die psychotische beklemmende Finsternis jener aber nicht erreichen. Was hier fehlt, sind wirkliche Hits, wo soll denn hier mal ein Circle-Pit entstehen?

FAZIT: Gute Scheibe metallischen Modernen Hardcores im Sinne von DAMNATION A.D., solide, aber nicht überragend. Wer schon immer glaubte, dass Hardcore metallisch ist, wird seine Freude an „Symptoms Of Existence“ haben.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.03.2011

Tracklist

  1. Forever Night, Forever Mourning
  2. Symptoms Of Existence
  3. Soul Burns Slow
  4. World Of Pain
  5. Swinging The Chain
  6. Live Through Darkness
  7. Control
  8. Drown
  9. Upper Hand
  10. Final Breath

Besetzung

  • Bass

    Drew Ferry

  • Gesang

    Robert Taylor Wilson IV

  • Gitarre

    Vince Leonardo, Joe Kane

  • Schlagzeug

    Hellhound Kimball

Sonstiges

  • Label

    Bridge 9

  • Spieldauer

    25:29

  • Erscheinungsdatum

    28.01.2011

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