Das selbstbetitelte MY INNER BURNING-Debüt von 2009 gefällt mir immer noch ausgesprochen gut. Die Band überzeugte mit einem modernen Metal-Gemisch, einer wirklich gute Sängerin sowie frischen und eingängigen Songs mit Langzeitwirkung. Rebekka Gaber bekleidet immer noch die Position hinter dem Mikro und an ihrem leicht an Sandra Nasic erinnernden Gesang liegt es sicher nicht, dass sich die Begeisterung für „Eleven Stars“ vergleichsweise in Grenzen hält. Im Unterschied zum Vorgänger hat man das Durchschnitts-Tempo etwas zurückgenommen und den Anteil an elektronischen Spielereien erhöht, was sich natürlich nicht zwangsläufig negativ auswirken muss. Viel schwerer wiegt die deutlich geringere Trefferquote in Hinblick auf nachhaltiges Songwriting. Eigentlich erreichen lediglich „Analize“ und „For The Last Time“ das Hit-Potential des Debüts. Im Gegensatz dazu ist beispielsweise der Refrain von „Electrified“ so vorhersehbar, dass man schon nach ein paar Durchgängen genug davon an. Insbesondere der männliche Hintergrunz-Gesang wirkt hier ziemlich einfallslos und eindimensional. In eine ähnliche Kerbe schlagen „Masquerade“, „Demons“, „Gone Wrong“ oder „Done With Denial“. Allesamt nett, aber nicht zwingend. Das balladeske „When I´m Gone“ würde sich in Punkto Härtegrad und Pop-Appeal auch für den Radio-Einsatz eignen, wirklich überzeugend fällt aber auch dieser Versuch nicht aus, ebenso wie das abschließende Folk-Geschunkel in „Home-Sick“. Bei einigen Songs wirken sich außerdem textliche Holprigkeiten („Enemy Of Mine“, „Electrified“) negativ auf den Hörgenuss aus.
FAZIT: „Eleven Scars“ ist leider deutlich schwächer ausgefallen als das gutklassige Debüt. Insbesondre beim Songwriting hat das Zweitwerk klar das Nachsehen. Da hilft auch der professionelle Sound und das verbesserte Cover-Artwork nichts.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.04.2011
Daniel Pietrzak
Rebekka Gaber
Torsten Sauerbrey, Jörg Janssen
Niklas Kahl
Steamhammer / SPV
42:41
23.03.2011