Der Bandname könnte fast schon ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, denn das österreichische Duo lässt sich nicht so einfach schubladisieren. Rock, Electro, Pop, Indie und Soul verschwimmen auf dem zweiten Album wie selbstverständlich ineinander, und hierbei bewahren sich Phoebe Hall und Niki Altmann eine überaus sympathische Mischung aus Bodenständigkeit, Verschrobenheit und Schrulligkeit. Sooo revolutionär wie angepriesen ist MY NAME IS MUSICs Tonkunst zwar nicht, aber durchaus anders und sonderbar.
Nun stellt euch einfach mal vor, ANTENNAS, AMY WINEHOUSE, TRIO, METRO, PIXIES, BLONDIE, JAMES BROWN, THE CURE (von denen auch „Killing An Arab“ gecovert wurde), EURYTHMICS und ein paar Neunziger-Britpop-Kapellen werfen all ihre Ideen zusammen, und MY NAME IS MUSIC verehren und schänden dieses Liedgut gleichermaßen. Huldigen ihm und pervertieren es. Hauen ein paar Macken rein und pinseln diese dann hübsch bunt an.
Das Resultat sind elf Eigenkompositionen, die direkt Impulse gen Gliedmaßen, Hüfte und Wackeldackelmechanismus senden, und wenn der Mann mit dem komischen Bart und die Frau mit den vielen Perücken manche Ideen nicht ganz so repetitiv einsetzen würden, wäre das Album der absolute Pop-Crossover-Brüller geworden.
FAZIT: Man gebe der Band noch zwei oder drei Jahre zum Reifen, und danach wird sie, wenn sie alles richtig macht, zu hundert Prozent bereit für den internationalen Markt sein.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.04.2011
Phoebe Hall, Niki Altmann
Pate Records
41:56
04.04.2011