Es passiert nicht allzu oft, dass man ein Album vor sich hat, es als exzellent empfindet, es immer wieder auflegt, aber kaum adäquate Worte dafür zu finden in der Lage ist. „Det beslutande organet“, das zweite Album des Schweden-Duos Sundström/Frössén, ist ein solches, denn die zwölf Songs sind dermaßen eigenwillig, verschroben, weit draußen und schrullig, dass es ein Schwieriges ist, überhaupt Zugang zu dem Material zu finden.
Valium-Western trifft auf Post-Rock. Beta-Blocker-Motown auf Slo-Mo-Surf. Folk auf SWANS. Ein zombifizierter ELVIS, gekreuzt mit den Gebeinen FRANK SINATRAs und völlig benebelt. Ein Desperado, der sich im Weltall verirrt hat. ANTENNAS, denen man im Dunkeln die Snare geklaut hat – und auch das Essen. „HÅWKWIND“ nach sechs Jagertee. Ein 70er-Synthie-Virtuose und ein Saxophonist in einem verlassenen Saloon. CHRIS ISAAK mit Suizidgedanken. Bilder. Farben. Wirrheiten.
FAZIT: Seltsam. Anders. Schön. Vor allem aber auf spezielle Art magisch.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.12.2011
Jacob Frössén, Isak Sundström
Novoton
63:12
05.10.2011