All die Bands von BOTCH über DILLINGER ESCAPE PLAN, MESHUGGAH und CONVERGE bis hin zu den DIGRESSION ASSASSINS haben wohl nachhaltigen Eindruck bei den vier Berlinern SLEEVE hinterlassen, denn auch der erste Full-Length-Release der Herren Stefan, Phil, Dude und Texas ist nur so vollgestopft mit Quadratwurzel-Algebra-Trigonometrie-Geknüppel.
Dissonanzen, scheppe Takte, Verschachtelverschiebungen und Verschiebverschachtelungen gehören zum guten Ton, und auch das Aggressionslevel ist weit oben angesiedelt. Einige Kabinettstückchen, verstörende Breaks, Nervosität, jähe Tempowechsel in rauen Mengen sowie gesunde Angepisstheit bereichern „Masqueraders Hometown Report“ sowohl in puncto Musikalität als auch in Sachen Emotionalität, sodass nicht viel schief gehen kann. Eigentlich. Häufig scheint es aber so, als ob sich SLEEVE trotz eines freiheitlich veranlagten Sounds und definitiv vorhandenem Abwechslungsreichtum zu sehr selbst beschränken.
FAZIT: Das Quartett aus der Bundeshauptstadt könnte noch deutlich grenzenloser vorgehen, denn der straffe Rahmen sorgt dafür, dass in der halben Stunde des mathematischen Hasskappentums bereits nach zehn Minuten die Aufmerksamkeit leidet – und das keinesfalls wegen Überforderung. Da geht noch mehr.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.01.2011
Stefan
Dude
Phil
Texas
Ape Rec
30:34
2010