Zurück

Reviews

Smoke Mohawk: The Dogs Are Turning Red

Stil: Rock

Cover: Smoke Mohawk: The Dogs Are Turning Red

GLUECIFER, WE und die seligen MADRUGADA stellen die Musiker der 2007 gegründeten SMOKE MOHAWK. Auf ihrem Einstand bieten sie allen Verfechtern der Spätneunziger-Rotzrock-Lehre wenn nicht eine Ersatzdroge, so doch eine weitergedachte Version dessen, was dieses Genre im Genre im Genre (bitte beliebig fortsetzen, falls gewollt) einst ausmachte.

Atemlos geht es zu, also gleich zu den Highlights, statt beim Namedropping zu verweilen: "Slow Lane" wirft einen oder zwei Packen THE KINKS oder THE WHO in die Waagschale, wohingegen "Murder Attempt" sehr nach HELLACOPTERS klingt und zudem mit einem coolen Nachrichtensprecherteil aufwartet: "Rock'n'Roll has survived …" "Time Is The Dealer" kommt mit strangen Keyboards, aber dafür umso unterhaltsamer daher, "One Puff Man" wieder poppiger im Sixties-Sinn und ebenso das Folgestück, das sich jedoch zum ausschweifenden Jam streckt. "Hunting Grounds" beschwört recht heavy eine wie auch immer geartete "class of '84" herauf, und "Reefer & Rent" legt speedig nach. Das finale
"Loonies" klingt passenderweise reichlich derangiert: "Naked in Fresno like loonies …" - hätte gut auf den Soundtrack zu "Fear and Loathing in Las Vegas" gepasst.

Wie gesagt: Das alles geht weit über den zupackenden Spontan-Ansatz der Pionierwerke des ausklingenden 20. Jahrhunderts (klingt dramatisch, was?) hinaus, mutet aber nicht minder anheimelnd und authentisch an. Der reine Punk tritt eben vor leicht Jazzigem sowie dem Blues von ZZ TOP und einer für die Jetztzeit aktualisierten Fassung des Psych der späten Sechziger in den Hintergrund. "The Dogs Are Turning Red" klingt dabei nicht weniger frisch als das Sturm-und-Drang-Material aus Zeiten, da die Mucker noch jünger waren. Weniger kalkuliert als etwa HARDCORE SUPERSTAR oder neuere BACKYARD BABIES sind SMOKE MOHAWK sowieso.

FAZIT: "The Dogs Are Turning Red" und wollen ewig rocken, was SMOKE MOHAWK mit höherer Halbwertszeit tun als diverse Nachbarn mit ihren aktuellen Scheiben. Dies liegt an der innerhalb des rotzigen Retro-Rock beträchtlichen stilistischen Bandbreite ihrer Songs, die gleichzeitig zum Großteil ausgemachte Hits sind. Starker Stoff, das!

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.01.2011

Tracklist

  1. Slow Lane
  2. Midnite Rollin´
  3. Murder Attempt
  4. Time Is The Dealer
  5. One Puff Man
  6. Watch This Rig
  7. Ratfaced Dog
  8. Hunting Grounds
  9. Reefer & Rent
  10. The Electric Lit Night
  11. Loonies

Besetzung

  • Bass

    Raymond Jensen

  • Gesang

    Thomas Feldberg

  • Gitarre

    Rolf Yngve Uggen

  • Schlagzeug

    Danny Young

Sonstiges

  • Label

    Impeller / Soulfood

  • Spieldauer

    52:40

  • Erscheinungsdatum

    11.01.2011

© Musikreviews.de