Ach, es ist ein Jammer, so ein Jammer. Da kommt mit den Franzosen SOROR DOLOROSA eine Band daher, die mit ihrem Sound so dermaßen genau den persönlichen Geschmack trifft und dann gelingt es einfach nicht, mit dem ersten Album "Blind Scenes" die vollständig verzückte Entrückung zu entfachen. So viele Chancen hatten die acht Songs, sich zu entfalten, doch die zarten, so hübschen Knospen, sie wollten sich einfach nicht zu den prachtvollen Blüten entwickeln, die sie zu sein andeuteten.
Die Band aus Toulouse, die auf die semi-prominente Unterstützung von ALCESTs Neige bauen kann, spielt einen handwerklichen perfekten Gothic Rock, der zu jeder Zeit all das miteinander vermengt, was Bands wie THE SISTERS OF MERCY, FIELDS OF THE NEPHILIM, THE MISSION oder BAUHAUS zu Legenden der Gothicszene gemacht hat. Und so ist die Entzückung zunächst riesig, als man den Songs auf "Blind Scenes" sein Gehör schenkt, doch die erste Ernüchterung vermag nicht zu weichen. Nicht im zweiten, dritten und auch nicht im siebten Durchlauf. So wunderbar die Musik klingt, so unauffällig ist das Songwriting, dass es fast schon eine herbe Enttäuschung ist. Über die gesamte Spielzeit versprechen die Songs in den ersten Sekunden so viel und halten davon so wenig. Es ist wirklich egal, welche der Nummer man anwählt, letztendlich plätschern sie doch nur vor sich hin. Gewiss, es ist ein überaus hübsch anzuhörendes Plätschern, das die zehn Punkte, die "Blind Scenes" letztendlich bekommt auch verdient, doch das Gefühl, dass hier so viel mehr drin gewesen ist, will einfach nicht weichen.
FAZIT: Es bleibt nur zu hoffen, dass die Songs auf dem nächsten Album das halten, was der wunderbare Sound verspricht.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.03.2011
Hervé
Andy
Moulay
Franck
Beneath Grey Skies
47:49
25.02.2011