So falsch liegt der Verfasser des Promotextes nicht, wenn er behauptet, dass SOULDRAINER zwar nie imitieren, allerdings auf das musikalische Fundament bauen, welches Bands wie PAIN, HYPOCRISY, AMON AMARTH, RAMMSTEIN und SAMAEL gelegt haben. In deren Fahrwasser schippert dieses zum Teil aus AEON-Mitgliedern bestehende Trio nämlich, und in der Tat meistert es die Band unfallfrei, aus diesem Limonadengrundstoff ein recht leckeres Bräuselein zu kreieren.
Hauptsächlich auf rollenden Walzenparts, satten Grooves und bombastischen Slo-Mo-Passagen basierend, werden dem Hörer massive Gitarrenwälle, mystische Melodien, orchestrale Eruptionen, Chöre und stellenweise gar elektronische Spielereien entgegen geschleudert, wobei die moderne, selbst getätigte Produktion, welche schwer dem Mischpultschaffen eines Peter Tägtgren ähnelt, durch ihre Weitflächigkeit und ihre latente Industriellsynthetik für eine verstärkt schaurige Atmosphäre sorgt. Bei vielen anderen Bands wäre das „Plastik! Plastik!“-Geschrei groß, doch zu SOULDRAINER passt der Sound perfekt.
FAZIT: Dieses Zweitwerk bietet stimmungsvollen modernen Midtempo-Extremmetal der besseren Sorte, bei dem bestenfalls der kompetente, aggressive, aber dennoch sehr eintönige Shoutgesang das Gesamtbild ein bisschen trübt.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.11.2011
Joakim Wassberg
Marcus Edvardsson
Marcus Edvardsson
Arttu Malkki
Vicisolum Productions
49:56
25.11.2011