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Space Debris: All Man

Stil: Space-Kraut-Rock

Cover: Space Debris: All Man

Wie schon erwähnt, sind alle Stücke von SPACE DEBRIS‘ zweitem Archiv-Album live eingespielt worden. Diesmal komplett ohne Overdubs. „All Man“ legt gegenüber dem Studio-Pendant noch einen Zacken zu. Etwas mehr als eine halbe Stunde sitzt Tom Kunkel an den Keyboards und rahmt die Auftritte seines Nachfolgers Winnie Rimbach-Sator ein. Eine freundliche Dramaturgie, die zudem zeigt, dass es keinen Bruch in der Musik der Odenwalder Band gegeben hat. Rimbach-Sator setzt leicht andere Akzente – u.a. durch gekonnten „Riders On The Storm“-E-Piano-Einsatz -, was den SPACE-DEBRIS-Sound erweitert, ohne ihn in gänzlich andere Sphären abdriften zu lassen.

Dass beide Keyboarder hervorragend nebeneinander bestehen können, zeigen das fantastische, rhythmisch zupackende und melodisch-mitreißende „Whales“ (Tom Kunkel), dargeboten auf der Zappanale 2007 und das direkt anschließende „Who“ (Winnie Rimbach-Sator), welches jene oben erwähnte „Riders On The Storm“-Reminiszenz enthält und überhaupt ein ziemliches Unikum ist. Entert doch ein „unknown singer“ die Bühne und liefert eine professionelle Einlage ab. Die Band ebenso, geht sie doch ohne Umschweife auf die spontane Gesangsbegleitung ein.

Wie schon bei „Volume I“ gibt es auch beim zweiten Griff in die Archivkiste keine Aussetzer. Im Gegenteil, SPACE DEBRIS leibhaftige Präsenz ist sogar noch eine Spur abwechslungsreicher und lebhafter geraten. Ist „To The Starglow Restaurant“ eher ein rauschhaft-mäandernder Trip, so tanzt „All Man“ den „Exterra Dive“. Eine höchst gelungene Mischung aus dem psychedelischen Rock der DOORS (nicht ganz so düster und verzweifelt), klassischem DEEP-PURPLE-Hard-Rock, funkelndem Jazz (herzliche Grüße an JIMMY SMITH und BARBARA DENNERLEIN) und einer gehörigen Prise Krautrock, der genau weiß, was zwischen Surrey und Canterbury abgeht.

FAZIT: Rundum gelungener zweiter Teil der Archivausgrabungen Christian Jägers. Legt gegenüber dem Erstling sogar noch eine melodische Schippe drauf. Geeignet für Kopfhörer und ausufernden Scheunentanz. Klanglich hinkt es „Journey To The Starglow Restaurant“ einen Tick hinterher. Aber schließlich handelt es sich um keine filigrane ECM-Aufnahme, sondern um das pralle Musikerleben. Zumindest einer Vorstellung davon. Eine, die zu keiner Sekunde langweilt. „Take It Easy Baby, Take It As It Comes“ – SPACE DEBRIS wissen und können es und lassen es kommen....

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.04.2011

Tracklist

  1. The Mandraker
  2. Whales
  3. Who
  4. Go East
  5. Space Out
  6. Winipan
  7. Clint
  8. Exterra Drive
  9. Away

Besetzung

  • Bass

    Peter Brettel, Uwe Moldryck (1)

  • Gesang

    Unknown Singer (3)

  • Gitarre

    Tommy Gorny, Eric Bläß (9)

  • Keys

    Tom Kunkel, Winnie Rimbach-Sator

  • Schlagzeug

    Christian Jäger

Sonstiges

  • Label

    Eigenproduktion/breitklang

  • Spieldauer

    78:27

  • Erscheinungsdatum

    20.05.2011

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