Die Hagener Knüppelcombo STILLBIRTH ist bereits seit 1999 aktiv und veröffentlicht mit "Endgame Is Near" ihr drittes Album. Angesichts des Coverartworks wäre es zwar passender gewesen, dass Album nach dem Songtitel "Riding The Tsunami" zu benennen, aber geschenkt. Namen sind ja eh Schall und Rauch.
Musikalisch hat der Fünfer eine amüsante Mischung aus Grindcore, Death Metal und Hardcore zu bieten. Letzter manifestiert sich in Gangshouts, schweren Breakdowns und teilweise auch in den Vocals. Denn neben Gegrunze, Gegurgel und Schweinegequieke gibt es auch kräftiges Gebrüll zu hören. Dieser Abwechslungsreichtum findet seine Fortsetzung in den verschiedenen Rhythmen, die Verwendung finden. Blastattacken, fetter Groove, fies schleifendes Midtempo - das alles auch mal innerhalb eines Songs. Dementsprechend hat man viele Breaks zu verkraften, wodurch das Material von STILLBIRTH ab und zu mal etwas hektisch und nervös wirkt.
Hektik findet man auch in den Riffs wieder, wobei das nicht negativ gemeint ist, denn die beiden Gitarristen verstehen ihr Handwerk und beschränken sich nicht auf simples Geschrammel. Dass die Band sich selbst nicht allzu ernst nimmt, machen die Rap-Parts im ersten Song "Brootal Party" sowie eine Unsinnsnummer wie "Halb vier ist Anstoss" (in der es offenbar nicht um Fußball geht...) direkt am Anfang deutlich und dieser Eindruck bleibt in den 41 Minuten bestehen. Ernst nimmt man aber die Musik an sich, denn neben der ordentlichen instrumentalen Leistung ist auch der Sound von "Endgame Is Near" tadellos.
FAZIT: Sympathische Band, deren Musik sich perfekt dazu eignet, bei einem Open Air Festival am frühen Nachmittag die ersten acht Bierchen zu sich zu nehmen und sich dabei gut von Grindcore und Co. unterhalten zu lassen.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.10.2011
Dominik "Pumpa" König
Matthias Scholz
Lukas Swiaczny, Jan Wiedemann
Andree Kress
Deafground / Rough Trade
41:32
16.09.2011