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Stormwarrior: Heathen Warrior

Stil: Heavy Metal

Cover: Stormwarrior: Heathen Warrior

Lieber STORMWARRIOR, mit Verlaub, wie siehst du bloß wieder aus. Erst verliehst du mit beidhändiger Pommesgabel deiner Freude Ausdruck über die dich umgebenden Leichen. Auf "Northern Rage" führtest du uns die Notwendigkeit der Christenschlachtung in Groschenromanoptik vor Augen. Der Aufbruch der Playmobil-Winkingerboote, als du gen Northe geheaded bist, ließ das Pipi in der Hose gefrieren. Kaum die Blasenentzündung überwunden geglaubt, ruft Opa Odin persönlich aus der Kulisse eines He-Man-Comics zur nächsten Schlacht auf. Ob er selber überhaupt ankommt, ist ungewiss, kann Reitutensil Sleipnir, wie dessen Blick unschwer vermittelt, nach reichlichem Verzehr preiswertesten Honigfusels, mit seinen acht Beinen nur mehr schlecht als recht koordiniert zwischen den überfütterten Rauhaarfiffis Geri und Freki, umherstolpern. Und sowas aus Chefstyler-City Hamburg.

So ein Artwork bedingt nun auch immer die Wahrnehmung der Musik und umgekehrt. Die Musik auf "Heathen Warrior" ist besser als das Cover vermuten lässt, keine große Leistung. Wirkliche Hymnen - nach solchen verlangt der gemeine True Metaller ja wohl - sind leider weitgehend Fehlanzeige. "Fyre & Ice" kommt dem noch am nächsten. Der vertriebene Spott stellt sich jedoch pünktlich zum Klampfensolo wieder ein. Man bedient sich bei der Melodie des Werbespots einer beliebten Waschmittelfirma (Minute 2:50), was mich behände in meinen Wohlfühlbademantel schlüpfen lässt. STORMWARRIOR tragen Leder. Sollten sich unter den gegerbten Tierhäuten etwa flauschige Frottee-Bodys verbergen?

Auch aus dem speedigen "Ravenhearte" hätte was werden können, allein es scheitert am Songwriting. Keine der Nordsagen packt den Hörer wirklich am Schlafittchen. Alles wirkt recht luftig, wo man kerniges erwartet. Wüstenrennmäuse am Schlagzeug können denn auch keinen Druck erzeugen. Mir fällt es vor allem schwer, dem Singsang auf Dauer standzuhalten, bei dem meine erste Assoziation die Stimme des in ein Glibbermonster verwandelten Chet, Bruder des Protagonisten Wyatt, aus dem Film "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn", war. Ebenso bemühte Inbrunst beim restlichen Instrumentarium. STORMWARRIOR sind eine dieser Bands, denen man dringend eine treffliche Soul-Platte in die vernieteten Hände legen möchte.

FAZIT: Auf mich wirkt "Heathen Warrior" inklusive seines lästigen Schlachtplans eine Spur zu infantil. Metal von Modelleisenbahnern in Lederhosen. Ich bin zwar auch kein großer Freund der Erwachsenwerdung, besorg mir jetzt aber doch lieber Journeys neues adult-orientated Bravourstück. Das knallt wenigstens. Wem STORMWARRIOR bisher gefielen, der wird sein Plastikschwert auch zum akuten Output schwingen. Meine Punktewertung ist ein objektiver Versuch.

<span style="font-style: italic;">Ingo Bergmann</span>

Punkte: 7/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.05.2011

Tracklist

  1. …Og Hammeren Hæves Til Slag…
  2. Heathen Warrior
  3. The Ride Of Asgård
  4. Heirs To The Fighte
  5. Bloode To Bloode
  6. Fyre & Ice
  7. The Returne
  8. Wolven Nights
  9. Ravenhearte
  10. The Valkyries Call
  11. And Northern Steele Remaineth

Besetzung

  • Bass

    Yenz Leonhardt

  • Gesang

    Lars Ramcke

  • Gitarre

    Lars Ramcke, Alex Guth

  • Schlagzeug

    Hendrik Thiesbrummel

Sonstiges

  • Label

    Massacre / Soulfood

  • Spieldauer

    48:30

  • Erscheinungsdatum

    27.05.2011

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