Sperriger ist es ausgefallen, das zweite Album um die ehemaligen SIEGES EVEN-Mitglieder Arno Menses (Gesang) und Markus Steffen (Gitarre). Daher braucht es einige Umläufe, um sich mit dem neuen Material anzufreunden. Neben der üppigen Spielzeit ist eine beeindruckende Bandbreite und reichlich Abwechslung der Grund für den im Vergleich zum Vorgänger ("Beautiful & Monstrous“ – 2009) etwas schwierigeren Zugang. Neben den gewohnten RUSH-artigen ruhigen Tönen und den manchmal ein wenig an YES-light erinnernden Vocal-Arrangements, schlägt die Band diesmal auch häufiger mal brachiale Töne an ("Echoes In Eternity“, "The Essence Called Mind“), erhöht den Frickelfaktor ("As Dreams Are Made On“), probiert sich an Elfengesang-Duetten ("The Lifespan Of A Glimpse“) und Streicher-Einsätzen ("Embers - Part I: Your Secret Is Safe With Me“). Dabei ist die Trefferquote insgesamt etwas geringer ausgefallen als auf dem Debüt. So findet sich erst nach der Hälfte der Spielzeit mit "Finisterre“ ein Kandidat, der ähnlich wohlige Schauer auslöst wie seinerzeit "Paradigm“ oder "The Trick Is To Keep Breathing“. Und auch wenn "My Sanctuary“, “The Size Of Light On Earth”, “Wingless” oder “Touchstones” alles zweifellos starke Stücke sind, die mit einem Top-Sound veredelt und von virtuosen Musikern eingespielt wurden, fehlt ihnen doch der letzte Kick, der aus sehr guter überragende Musik macht.
FAZIT: SUBSIGNAL gehören zu den Bands, die man schon allein aufgrund des markanten Gesangs und der eigenständigen Melodieführung sofort erkennt. Eine Eigenschaft, die vielen Konkurrenz-Bands abgeht. "Touchstones“ ist darüber hinaus ein ambitioniertes und vielschichtiges Album geworden, den man die viele Arbeit quasi anhören kann, die zur Erstellung investiert wurde. Trotzdem ist es weniger mitreißend ausgefallen als das Debüt. Die Lücke, die SIEGES EVEN hinterlassen haben, vermag es ebenso wenig zu schließen. Liebhaber von "Beautiful & Monstrous“ werden aber vermutlich nicht enttäuscht sein und Fans von anspruchsvollem Progressiv-Rock/Metal, denen die Band bisher kein Begriff war, sollten ebenfalls ein Ohr riskieren.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.10.2011
Ralf Schwager
Arno Menses
Markus Steffen
David Bertok
Roel Van Helden
Zyx Records
75:30
30.09.2011