In Australien gelten SUPER FLORENCE JAM als Untergrundsensation; mit "We Always Knew It Would Come To This" sagt die Gruppe sich quasi weitreichenden Erfolg voraus, und angesichts ihres spielfreudigen und ideenreichen Garagenrock stehen die Chancen zum Gelingen nicht schlecht.
"That's The End Of It" weist das Quartett gleich als gegenüber anderen Lärmschlägern weit smartere Vertreter aus. Funken hier Handclaps und eine geradezu schrullige Melodieführung zwischen das anderswo an der Tagesordnung stehende Schepper-Einerlei, legt "Signals" als Indie-Hüpfer mit funkigem Rhythmus zum Arschwackeln noch einen drauf. Die Produktion ist transparent wie atmend ausgefallen, noch dazu weder klinisch modern noch bewusst vermüllt. "Your Word" erlaubt der Band schräges Synthesizer-Ausprobieren, ohne dass die Komposition - spotan fühlt man sich an neuere CHILI PEPPERS erinnert - zerfasern würde.
Adam Krawczk ist kein toller Sänger, dafür aber sehr expressiv und authentisch. Alex Tulett tönt äußerst kreativ in den tiefen Registern, und die Gitarrenarbeit fällt speziell im folgenden "Simmer Down" klassisch britisch aus; Sixites-Beat lässt grüßen. Mit dem Text von "Anastasia Won't You Sleep With Me" empfehlen sich SUPER FLORENCE JAM für den Pulizerpreis, mit dem Song an sich fürs Jack-White-Songbook. "Irrepressible" ist danach echter Punk ohne Pose, dafür umso musikalischer, "Walkin' On The Rocks" hingegen überdrehter Piano-Rock mit hysterischer Stimme und ein sicherer Hit. Das Album endet mit "Bloozepower" und "A Moment In Time" auf einer jeweils bleischweren und versonnen zarten Note.
FAZIT: "We Always Knew It Would Come To This" ist als Ganzes eine Stilübung in Rock jeglicher Facetten und kompositorisch im Einzelnen eine richtiggehende Großtat. SUPER FLORENCE JAM gehörte die Welt, kämen sie aus England und verursachten sie regelmäßig Skandale für den unsäglichen NME.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.11.2011
Alex
Adam, Laurence
Adam, Laurence
Laurence
Mike
Eigenvertrieb/Just For Kicks
28:03
14.10.2011