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Symphony X: Iconoclast

Stil: Progressive Power Metal

Cover: Symphony X: Iconoclast

SYMPHONY X setzen mit „Iconoclast“ den bereits mit „The Odyssey“ (2002) und „Paradise Lost“ (2007) begonnen Weg fort. Progressive, Keyboard-lastige 20-Minuten-Epen mit Queen-artigen Chören und fein ausgearbeiteten, fast schon zarten Melodiebögen sucht man auch 2011 weitgehend vergeblich. Stattdessen geht es brachial und kraftvoll zur Sache, was aber nicht heißen soll, dass die Musik deswegen unmelodisch oder anspruchslos ausgefallen ist. Gleich der grandiose Titelsong und Opener „Iconoclast“ startet mit reichlich komplexen Riffs und Breaks, mündet dann in einen mächtigen und äußerst eingängigen Refrain und ist dabei aber so abwechslungsreich arrangiert, dass in den zehn Minuten keinerlei Langeweile aufkommt. Über großartige Gesangsmelodien verfügen beinah alle der neun vertretenen Stücke. Das nachfolgende „The End Of Innocence“ hat in dieser Hinsicht insgesamt leicht die Nase und ist sicher einer der Höhepunkte des Albums. Aber auch die sich dann anschließenden Beiträge „Dehumanized“, „Bastards Of The Machine“, „Heretic“ und „Children Of A Faceless God” wissen songwriterisch voll zu überzeugen, lediglich im Schlussdrittel tummeln sich mit „Electric Messiah“ und „Prometheus (I Am Alive“) dann zwei beinah schon “gewöhnliche” Power-Metal-Songs, die sich zwar auch weit abseits einer Einstufung in die Kategorie „Ausfall“ bewegen, aber die Gänsehautmomente sind hier doch deutlich seltener anzutreffen.

Wenn man der Band etwas vorwerfen möchte, dann könnte das die Tatsache sein, dass sich „Iconoclast“ wie ein Zwilling von „Paradise Lost“ anhört, denn stilistisch sind eigentlich keine Unterschiede auszumachen. Da die Songs überzeugen können, fällt dieser für SYMPHONY X eher unübliche Stillstand nicht so sehr ins Gewicht. Noch ein Album im gleichen Fahrwasser muss aber nicht unbedingt sein.

FAZIT: „ICONOCLAST“ ist ein musikalisch und soundtechnisch perfekt angerichteter, kraftvoller Power-Metal-Gourmet-Happen mit leichter Progressiv-Schlagseite, der mit großartigem Gesang und toller Gitarrenarbeit garniert ist. Beim nächsten Mal könnten die Meisterköche aber mal wieder ein paar neue Gewürze ausprobieren.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.07.2011

Tracklist

  1. Iconoclast
  2. The End Of Innocence
  3. Dehumanized
  4. Bastards Of The Machine
  5. Heretic
  6. Children Of A Faceless God
  7. Electric Messiah
  8. Prometheus (I Am Alive)
  9. When All Is Lost

Besetzung

  • Bass

    Michael Anthony LePond III

  • Gesang

    Russell Allen

  • Gitarre

    Michael Romeo

  • Keys

    Michael Pinnella

  • Schlagzeug

    Jason Rullo

Sonstiges

  • Label

    Nuclear Blast

  • Spieldauer

    63:10

  • Erscheinungsdatum

    17.07.2011

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