Rund zwei Minuten pro Song, mehr benötigen die vier Österreicher aus dem Städtchen Ybbs nicht, um ihre hasskappengeschwängerte Message nach außen zu tragen. Innovation steht den Jungs hierbei nur im Weg, und so gibt es schlichtweg in simpel gestrickter Bollo-Manier, inklusive deutlicher Metalkante, eins auf die Mütze. Und noch mal. Und jetzt in den Magen. Und ins Gemächt. Und hier noch eine, zack, da auch noch.
Musikalisch wird so ziemlich jeder angesprochen, der mit AGNOSTIC FRONT, SICK OF IT ALL, MADBALL, TERROR, RYKER'S, BARCODE und mittelalte PRO-PAIN oder zumindest einem Teil der Bands etwas anfangen kann, wobei bei BLOODSHED REMAINS eine deutliche Affinität zu schnelleren Songs zu vermelden ist. Moshparts und Grooves hat es auf „Countdown“ zwar durchaus, doch die vier lieben es wohl viel mehr, wenn der Mob wie bekloppt und unkontrolliert vor und auf der Bühne herumflitzt und -pogt anstatt in die Höhe zu hüpfen. Gerne auch beinahe schon mit Blastbeatgeschwindigkeit wie etwa im 21-sekündigen, äh, „Blast“...
Hinsichtlich des Schlagzeugs hat man es bei der Produktion wohl etwas zu gut mit „fett“ gemeint, da es beinahe schon künstlich klingt, aber ansonsten passt der derbe Sound perfekt zu dem garstigen Straßenschlägereisoundtrack, der hier ohne große Verschnaufpausen heruntergebrettert wird.
FAZIT: Anspruchsrezeptoren ausschalten, Ärmel hochkrempeln, noch mal ausgiebig an der Bionade nuckeln, rein in den Pit, respektvoll die Aggressionen rauslassen. Muss auch mal sein. Und wenn's dann noch so einen Spaß macht wie bei BLOODSHED REMAINS, darf es auch textlich ruhig mal profan sein.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.04.2012
Harald
HCB, Ben
Ben
Woody
Burnside Records
32:16
2012