Schweden: Hardrock, Blues und so …
Typisch für eine erst jüngst gegründete Band aus Skandinavien spielen BONEDOG handwerklich hochwertige und stilistisch völlig uneigenständige Gitarren-Mucke mit am Arsch angewachsenem Blaumann. Ihr Sound zeichnet sich durch bauchig verzerrte Gitarren aus („Empty Hands“), bietet aber Trio-typisch viel Raum zum Atmen, was insgesamt eine Atmosphäre ohne jedwede Aufregung ergibt. Sänger Micke klingt zudem, als hätte er einen Bart und sei etwas beleibter (stimmt nicht ganz, aber er ist auch keiner der Schönlinge, die gegenwärtig in Schlaghosen auf heißer Scheiß machen), wie es sich für einen echten Mann seiner Zunft gehört.
Unsinnige Floskeln wie „Staring down the highway“ gehören dabei ebenso zum guten (?) Ton wie das Abspulen des Song-Standardprogramms: Slide-Ballade (Titelstück), Uptempo-Shuffle („Head On A Spike“, „Stay A Little Longer“) und malerischer Gitarren-Spot (das Fast-Instrumental „I'm Going Home“). Dazwischen steht allerdings auch eine Menge Austauschbares, vor allem zu Träges wie „Hold The Line“. Bester Track: das in puncto Arrangement weiter greifende „Normandie“.
FAZIT: Mit BONEDOG im Ohr fällt uns zwar nicht das Gesicht ins morgendliche Frühstück, aber ihr bluesiger, leicht südstaatlich verschnörkelter Rock besitzt überhaupt kein eigenes Antlitz.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.12.2012
Peter Forss
Micke Ladréhn
Micke Ladréhn
Michael Andersson
Just For Kicks
48:42
14.12.2012