Was geschieht, wenn Star-Produzent Miller (Solomon Burke) und Lauderdale, ein Songwriting-Zuarbeiter fürs Who-is-Who des Musikgeschäfts, gemeinsame Sache machen? Erstaunlicherweise kein allzu klebrig schmelziger Mainstream-Stoff, sondern knappe, gutgemeinte Songs im weitgehend organisch akustischen Gewand. Bodenständigkeit ist auf diesem Duo-Album oberstes Gebot.
Die Bandbreite der beiden Könner reicht von Country-Rockabilly in Form von „Vampire Girl“ sowie„The Train That Carried My Gal From Town“ über Zeug wie „Down South In New Orleans“, das geradewegs aus den Cajuns stammen könnte, bis zu Slide-Balladen („It Hurts Me“, „Forever And A Day“). Letztere – dennoch kein Nashville-Stoff von der Stange – mag man auch als Folk-Fan noch am ehesten entbehren, denn Miller und Lauderdale gefallen in heiterer Stimmung subjektiv am besten.
So gehört das torkelnde „Lonely One In This Town“ und das tänzerische „I Want To Do Everything For You“ zu den Highlights dieses Mammut-Schulterschlusses, der überhaupt nicht wie ein solcher anmutet. „Buddy And Jim“ ist stattdessen eine halbe Stunde Wurzelmusik ohne Ach und Krach, erfrischend wenig behäbig und von Spielwitz durchdrungen.
FAZIT: Abseits des glatten Kommerzes warten zwei Große des amerikanischen Business (übrigens mit gemeinsamer Radio-Sendung) mit einer fast intimen, fröhlichen und dennoch niemals seichten Platte voller traditioneller Roots-Musik auf. „Buddy And Jim“ empfiehlt sich so vor allem Freunden der DERAILERS oder FLATLANDERS, und wem dieser Verweis zu smart klingt, der stelle sich einfach einen Saloon unter einem Himmel voller Geigen vor.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.12.2012
Dennis Crouch
Buddy Miller, Jim Lauderdale, Russ Pahl
Buddy Miller, Jim Lauderdale, Russ Pahl
Marco Govino
Stuart Duncan (Fiddle, Mandoline)
New West / ADA Global / Warner
34:31
14.12.2012