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Bullet: Full Pull

Stil: Heavy Metal / Hardrock

Cover: Bullet: Full Pull

Steter Tropfen höhlt den Stein. Fand ich BULLET mit ihrem ACCEPT-meets-AC/DC-Gedenksound anfangs noch weitestgehend verzichtbar, hat sich die Meinung im Laufe der Zeit und nach diversen Liveshows der Schweden dann doch noch geändert. Das mag auch daran liegen, dass ich - wie schon bei TURBONEGRO festgestellt - eine Geschmackserweiterung in Richtung rockigere Klänge festgestellt habe. Es muss halt nicht immer in Höchstgeschwindigkeit ballern.

"Full Pull" ist der vierte Rundling der kultigen schwedischen Rocker, die hiermit ihre bisher beste Platte vorlegen. Was dabei sofort auffällt, ist der herrlich erdige, warme Analogsound, den die beiden Death-Metal-Legenden Fred Estby (DISMEMBER) und Nicke Andersson (ex-ENTOMBED) dem Album in ihrer Funktion als Produzenten verpasst haben. Besser hat wohl noch keine BULLET-Scheibe geklungen. Der zweite wichtige Faktor, der "Full Pull" zu einem verdammt coolen Album macht, ist einerseits die leichte Emanzipation von den Haupteinflüssen, andererseits die verstärkte Hinwendung in Richtung Classic Rock, wodurch BULLET einiges an Eigenständigkeit hinzugewinnen. In diesem Zusammenhang besonders zu erwähnen sind dabei drei Songs, die das besonders verdeutlichen, nämlich der Opener "Midnight Oil", der Rausschmeißer "Warriors" und das superbe "Rolling Home". Letzterer ist mit über sechs Minuten der längste Song, den BULLET je auf einem Album hatten und einerseits Ohrwurm und kommender Liveklassiker, andererseits gefühlvoller Rocker mit saustarkem Gitarrenspiel. Spätestens ab dem Soloteil ist man sich sicher, dass die Schweden hier einen ihrer allerstärksten Songs geschrieben und aufgenommen haben und in den letzten zwei Minuten sorgt das Teil gar für eine ausgewachsene Entenpelle.

Zwischen diesen drei herausragenden Nummern gibt es natürlich aber auch die typischen Rocker der Marke kurz und knackig, die mit eingängigen Refrains und Riffs zum Mitgrölen daherkommen. Ebenfalls bemerkenswert ist das Gitarrenspiel, das gleichermaßen gefühlvoll, wie auch verhältnismäßig anspruchsvoll geworden ist und selbst Sänger Hell Hofer hat nochmal ein paar Qualitätsquäntchen mehr aus seinen Stimmbändern gequetscht. Lediglich das schlichte und nicht sonderlich schöne Albumcover kann da nicht mithalten, da wäre das Cover der "Full Pull"-Single mit dem skelettierten Biker geeigneter gewesen, als der Löwe mit seiner dünnen Mähne.

FAZIT: BULLET erweitern ihre Musik um ein paar Nuancen, die im Endeffekt aber echte Wirkungstreffer sind und landen einen Einstand nach Maß bei ihrem neuen Label.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.09.2012

Tracklist

  1. Midnight Oil
  2. Full Pull
  3. Running Away
  4. All Fired Up
  5. Rolling Home
  6. In The Heat
  7. High On The Hog
  8. Rush Hour
  9. Freeriding
  10. Gutterview
  11. Warriors

Besetzung

  • Bass

    Adem Hector

  • Gesang

    Hell Hofer

  • Gitarre

    Hampus Klang, Erik Almström

  • Schlagzeug

    Gustav Hjortsjö

Sonstiges

  • Label

    Nuclear Blast / Warner

  • Spieldauer

    38:21

  • Erscheinungsdatum

    14.09.2012

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