Diese australisch-deutsche Zusammenrottung stellt ihr zweites Album zur Diskussion und sich selbst unter den Scheffel einer spätestens seit VOLBEAT Fahrt aufnehmenden Bewegung, die traditionellen Rotzrock mit Rockabilly-Einflüssen in einem feist drückenden Soundbild an die Wände malt.
Die Cowboys lassen die Jungs allerdings weniger heraushängen als ihre Tourneepartner D:A:D, deren Spaß an der Musik BULLETMONKS nichtsdestoweniger hörbar teilen. „Royal Flush On The Titanic“ ist ein recht buntes Vergnügen geworden, wobei sich allerdings im Laufe von 14 Liedern einige weniger zwingende Schoten eingeschlichen haben.
Dem schmissig geklatschten und in puncto Arrangement eher lichten Titelstück mit überdrehtem, aber kräftigem Gesang stehen einige richtige Kraftmeier gegenüber, mit welchen die Gruppe am Metal schrammt. Sanft und zeitlos klingen BULLETMONKS hingegen, wenn sie den „working man“ mimen. Textlich streift man – die Songnamen sagen es bereits – Allgemeinplätze, wenngleich hin und wieder Wortwitz aufblitzt; „hypocrisy, democracy“-Reime braucht man andererseits nicht mehr, aber war tun, wenn der gewählte Stil thematisches Einerlei gebietet? Natürlich, man fasst sich musikalisch weniger kurz.
So lässt es die Gruppe mit „Do You Believe“ mystischer angehen. Das Stück bedient sich zwar nicht inhaltlich, aber genauso wie „Blood, Money And Awe“ einstweilig orientalischer Themen. Hierin liegen die Stärke und Originalität von BULLETMONKS begründet: Abwechslungsreiche Strukturen bei gleichzeitig energischer Darbietung mit gelegentlich überraschenden Wendungen – und das Daltrey'sche Stottern funktioniert auch ungefähr ein halbes Jahrhundert nach „My Generation“. Gut zu wissen.
FAZIT: BULLETMONKS bieten zumindest ein gutes Dutzend gesalzener Rockkracher und versprühen gute Laune durchweg. Das ist nicht sonderlich tiefgründig, klingt aber teilweise schwer unverkennbar und wird spielerisch ausgezeichnet dargeboten. Schlechte Laune darf man also anderswo haben.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.01.2012
Spreace Jackson
Tyler Voxx
Tyler Voxx, Dangeous Dan
M.Dogg
Deaf Shepard / Indigo
52:08
20.01.2012