Mit mächtig Druck auf der Düse lassen die fünf Kanadier rund um THE SWARMs, CURSEDs und LEFT FOR DEADs Chris Colohan nach einem Intro mit fettem, dreckigem, punkigem Rock'n'Roll die Erde beben. POISON IDEA haben - so sagt es uns auch der Waschzettel - bei BURNING LOVE auch auf deren zweitem Album offensichtlich mächtig Eindruck hinterlassen, aber das ist nur eine Facette des derben Treibens auf „Rotten Thing To Say“.
Denn genau so weist die Musik der fünf Metal-Schlagseite auf, speziell in Stücken wie dem doomigen 12:31 wird das mehr als deutlich. Doch wie es scheint, hat die Band auch so einige skandinavische Schweinerock-Scheiben in den Regalen stehen, denn entsprechend schmutzig wird über weite Strecken drauf los gerockt. Und wenngleich nicht immer stilistisch (wie etwa in „Tremors“), so kommt ab und an auch ein latentes britisches Crust-Feeling auf, das den Sound noch etwas knuspriger anbrät.
Colohans asselige, rauhe, versoffene, angepisste Stimme passt zudem wie der berühmte Arsch auf den Eimer, und so erlebt der Liebhaber simpler, ungeschliffener, energiereicher Kost 33 Minuten Dreckige-Hosenboden-Musik mit harter Herrlichkeit. Oder herzlicher Härte, ganz wie man möchte.
FAZIT: Die Ansprüche müssen nicht immer hochgeschraubt werden, denn manchmal genügt es, sich von ein paar wütenden Herrschaften, die ihre Gefühle in positive und laute Klangwellen konvertieren, einfach mal das Hirn durchpusten zu lassen. Tut nicht weh, entspannt die Neuronen und stimuliert Muskeln und Sehnen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.06.2012
Alex Goodall
Chris Colohan
Pat Marshall, Andrus Meret
Easton Lannaman
Southern Lord Records
33:36
17.06.2012