Dieses Vierergespann aus Deutschland ist eines der wenigen, das seine Veröffentlichungen bislang kostenlos online gestellt hat, und MUSEUM selbst werden sicherlich kaum aus dem Staunen herausgekommen sein, als sie sahen, dass sich die Anzahl der Hörer langsam aber sicher auf sechsstellige Dimensionen zubewegte und diese Schallmauer dann auch mühelos durchbrochen wurde.
Der Zuspruch kommt nicht von ungefähr, denn das eigenwillige Gemisch aus MUSEscher Dramatik, gelegentlichen AT THE DRIVE-IN-Anleihen, RADIOHEAD-Epik und experimenteller und dennoch spartanischer Elektronik der Sorte MOUSE ON MARS hat in Kombination mit der hier gebotenen Professionalität und einem riesigen Maß an Individualität einiges an Gehalt, und so ist man bereits nach vier grundverschiedenen Songs erst einmal genötigt, den Kopfhörer abzusetzen, die Pause-Taste zu betätigen und den Kopf erst einmal kurz hin und her zu schütteln, damit sich die Eindrücke erst einmal platzsparend auf dem Grund der zerebralen Schneekugel herniederlassen können.
FAZIT: MUSEUM sind, das wird schnell klar, nicht nur Musiker, sondern auch Klangkünstler, die mit zahlreichen Malutensilien ein unglaublich detailreiches Gemälde auf die akustische Leinwand zaubern. Dem Betrachter des Kunstwerks werden kostbare Stunden seiner Lebenszeit geraubt, doch der zahlt gerne diesen Preis, um all die Kleinigkeiten, die liebevollen Pinselstriche, die feinen Konturen und die faszinierenden Farbverläufe zu begutachten.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.08.2012
Hagen Hamm
Tobias Hermes, Söhnke Grothausen
Söhnke Grothausen, Tobias Hermes
Florian Bolzau
Tobias Hermes (Klavier, Programming)
inakustik
50:37
24.08.2012