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Roel Van Helden: RvH

Stil: Progressive Rock

Cover: Roel Van Helden: RvH

Roel Van Helden ist Schlagzeuger, unter anderem bei SUBSIGNAL und SUNCAGED, legt mit disem Soloalbum aber wider Erwarten keinen knüppelnden Offenbarungseid über etwaiges Unvermögen als Komponist ab, sondern eine ansprechende Melodic-Prog-Scheibe, die erstaunlich songorientiert ausgefallen ist.

Viele Köche veredeln den Brei: Statt auf eine Allstar-Bande zu setzen, versammelt der Drummer lieber gute Freunde, die trotz ihrer Vielzahl für einen geschlossenen Charakter der Stücke sorgen. Führt das Instrumental „130 Thousand Miles“ (am Ende schließt „The 4th Dimension“ die Klammer auf ähnliche Weise) mit Slap-Bass, Marimba-Sounds und Percussion auf eine falsche Weltmusik-Fährte, leiten Arno Menses im packenden „The Long Road Ahead“ und Jos Severens im leicht elektronisch zischenden „No More Silence“ auf den richtigen Weg. Kompakter, moderner Prog, letzteres anhand der Keyboard-Sounds feststellbar, ist das Gebot dieser kurzweiligen Scheibe.

Mit „Out Of Time“, das sich von Klanghypnose zum epischen Metaller mausert, und dem wippenden wie knallharten „Break The Glass“ sind Van Heldern zwei echte Genre-Hits gelungen, die man durchaus auch von THRESHOLD erwarten dürfte. Mit diesen oder den späten SIEGES EVEN einen das Ensemble die betörenden Melodien und raumgreifenden, aber dennoch transparenten Arrangements. In mehreren Tracks, allen voran „Twenty One“, kehrt der Hauptprotagonist seine Liebe zu exotischen Klangerzeugern hervor, was „RvH“ eine unvergleichliche Note verleiht.

Sein schreiberisches Vermögen umspannt eine beachtliche Bandbreite und macht auch nicht vor Balladen Halt, die sich im Falle von „I Wonder Why“ sogar zu einem Höhepunkt ausmachen, wohingegen „No Sense Of Ease“ mit HEIDEROOSJES-Shouter Marco Roelofs mindestens im gleichem Maße überrascht wie die Gänsehaut provozierende Darbietung von Bob Paulus im Folgestück; der Mann ist eine Entdeckung wert – was auf Van Heldern als Rundum-Künstler übertragen werden darf.

FAZIT: „RvH“ verblüfft zum Jahresende 2012 hin als facettenreiches zeitgenössisches Prog-Rock-Album mit vielen originellen Untertönen, bei der Stange haltenden Arrangements und tollen Musikern aus der zweiten Reihe, die fabelhaft produzierte und geschriebene Stücke mit bunten i-Tüpfeln versehen. Die Niederlande zeigen dem Gros der Szene einmal mehr, wo die Käseglocke hängt.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.11.2012

Tracklist

  1. 130 Thousand Miles
  2. The Long Road Ahead
  3. No More Silence
  4. Out Of Time
  5. Twenty One
  6. Break The Glass
  7. I Wonder Why
  8. No Sense Of Ease
  9. Come Undone
  10. The 4th Dimension

Besetzung

  • Bass

    Daniel Kohn, Ralf Schwager, Pierre de la Rue, Harold Gielen, Richard Riherbeeks

  • Gesang

    Arno Menses, Aniek Janssen, Bob Paulus, Marco Roelofs, Jos Severens, Paul Adrian Willarreal, Wouter Wagemans, Petra Struijs

  • Gitarre

    Marcel Coenen, Coert Bouten, Laurent Schijns, Seban Honing

  • Keys

    David Bertok, Franck Faber, René Kroon

  • Schlagzeug

    Roel Van Helden

Sonstiges

  • Label

    Hands Of Blue

  • Spieldauer

    48:33

  • Erscheinungsdatum

    16.11.2012

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