Wie durchgestylt Punkrock mit Popflair sein kann, zeigen uns RUN FROM ROBOTS mit „Rust“. Um Vorurteile auszuschließen: Meinereiner hat absolut keine Probleme mit poppiger Punrrockkost, solange sie natürlich und mit guten Songs einhergeht, doch dieser Halbstünder geht einem bereits nach zweieinhalb Songs gleichzeitig auf Keks, Makrone, Wecker, Zwiebel, Eier und Nerven.
Manchmal haben die vor den Robotern wegrennenden Buben aus Bristol gar nicht mal so schlechte Ideen, doch was nutzen die, wenn man entweder nur platte Songs zu kreieren weiß oder zusammenhanglos aneinandergereihte Parts gewaltsam zusammenpfercht? Abgesehen von den songwriterischen Unzulänglichkeiten hapert es bei den Musikern hier und dort gar an technischen Fähigkeiten, und Tom Yeos Leadvocals sind ein weiteres Manko. Auch hier: Nichts gegen ein junges, ja infantiles Gesangsorgan, aber Yeo klingt mit seinem Gequäke wie ein untalentierter Rotzlöffel, der seiner Angehimmelten mit pubertärer Dicke-Hose-Attitude zeigen will, das er sowohl singen kann als auch genug Dreck in seiner Stimme hat. Nur wird die Süße anhand des Resultates eher lachen als schmachten. Da helfen die Autotune-Effekte auch nicht viel.
All das wäre gar nicht so aufgefallen, wenn die Produktion wenigstens organisch und etwas rüpeliger ausgefallen wäre, doch diese klingt auf „Rust“ völlig klinisch, nach OP-Saal, das Noisegate viel zu empfindlich eingestellt, und seitens des schnippelnden Chirurgen mit viel Pfusch. Gut, dass das nur Tonspuren waren und kein Gesicht, denn das wäre nun völlig entstellt.
FAZIT: Kost aus diesem Genre? Immer gerne, wenn sie nicht von solch miserablen Köchen zubereitet wird wie diesen.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.03.2012
Casey Stoddart
Tom Yeo, Matt Brass
Matt Brass, Tom Yeo
Darrell Trainer
Glasstone Records
30:00
23.03.2012