Zwar nennen die vier Dänen ihren Musikstil Doom-Pop, um sich laut Beipackzettel aus den üblichen „Post“-Schubladen zu winden, doch um sämtliche Erwartungen gleich im Vorfeld zu erschlagen: SKY ARCHITECTS zelebrieren kaum revolutionären Post Rock, wenn man mal von der Dubstep-Einlage in „Breach These Walls“ absieht. Bei den Bandvergleichen wollen wir uns gar nicht erst in Namedropping verlieren, zumal es die üblichen Verdächtigen sind, doch wer nun davon ausgeht, dass dieses Fourpiece Genreallerlei verzapft, darf beruhigt aufatmen.
Sowieso hat diese Nichtrevolution keinerlei negativen Beigeschmack, da die Himmelsarchitekten die Blaupausen ihrer gesangsarmen, progressiven und doch überschaubaren Klanggebäude mit größter Sorgfalt und Detailverliebtheit entworfen haben. Die Gewichtung wurde auf diesem Debüt besonders auf die Melodien und Harmonien verlagert, womit die Band ihre größte Stärke gekonnt ausspielt - die Gebilde aus zarten Leadgitarren, melodischen Trillern, halbakustischem Gezupfe und breiten Flächen sind von umwerfender Schönheit.
Gelegentlich brechen auch mal massive Gesteinsbrocken über den Hörer ein, doch kaum hat sich der Staub des heftigen Aufpralls gelegt, wäscht ein feiner Klangregen die Haut wieder rein, Sonnenstrahlen kitzeln und erwärmen sie, und wo eben noch grau war, sprießt umgehend wieder saftiges Grünbunt. Auch bläst hin und wieder ein angenehmer Wind aus Streichinstrumenten (hervorragend performt vom Quartett „Who Killed Bambi“) über die Landschaft, was das Gesamtbild mit zusätzlichen Farben bereichert.
FAZIT: Man muss sich und die Welt nicht stets neu erfinden, wenn man solch grandiose Songs schreibt, wie es SKY ARCHITECTS tun. Und diese stecken dermaßen voller Hingabe, Intensität und Vehemenz, dass man überwältigt nach Luft schnappen muss.
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.05.2012
Mr. Graneberg
Mr. Fast
Mr. Lassen, Mr. Fast
Mr. Rasmussen
VME
49:25
25.05.2012