Nach drei EPs, von denen „Put Music To Your Troubles“ auch den Weg zu uns fand und zu begeistern wusste, beehrt die aus dem französischen Besançon stammende, 2007 gegründete Band den Fan nun mit ihrem ersten Vollzeitwerk, und dieses zeigt das Quartett in unverändert starker Form.
Auf „Topless“, in ein aufwändiges und sexy-neckisches Digipak gehüllt, wird elf Songs lang ein Streifzug durch Punk-, Pop-, Hard Rock-, Britpop-, Indie- und Alternative-Territorien unternommen, der noch stärkere Songs und noch mehr Abwechslung, vor allem aber wieder mal eine Menge Überraschungen offenbart, und es ist beeindruckend, von welch internationalem Format und welch hohem Niveau diese Formation gerade mal fünf Jahre nach „Geburt“ ist.
Immer wieder, wenn es fast schon zu straight und eingängig zu werden scheint, kommen die vier auf der Venus entlangglibbernden Gentlemen mit einem unerwarteten Break, einem eigenartigen Part, einer ultracheesigen oder einer ungeahnten Komponente daher, sodass man sich denkt: Hey, was ist das denn nun wieder? Alleine die Songs um die Albummitte herum sind in- und untereinander so grundverschieden, dass man nur beeindruckt nicken kann. Andere Bands bekommen so etwas ja nicht mal bei achtzehn Songs in siebzig Minuten auf die Reihe. Und es ist ja nicht so, dass das stilistische Spektrum von SLIDE ON VENUS mit Urkräften sämtliche Genregrenzen sprengt - ganz im Gegenteil, primär wird hier einfach nur gerockt. Das aber mit viel Köpfchen, Enthusiasmus, Kreativität und Musikalität.
FAZIT: „Topless“ macht die Kritiker nackig, die meinen, dass im Indie- und im Alternative Rock bereits alles gesagt sei. Ob deren Anblick allerdings genau so erotisch ist wie das Artwork der Scheibe, darf man mal schwer in Frage stellen.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.05.2012
Victor Malé
Alban De Luca
Alban De Luca, Thibault Malé
Victor Malé
Mathias Perles
Sovstar
42:20
17.03.2012