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Reviews

Solstice: Pray For The Sentencing

Stil: Death-/Thrash Metal

Cover: Solstice: Pray For The Sentencing

Mit dieser 2CD-Wiederveröffentlichung werden erfreulicherweise gleich drei Scharten ausgewetzt.

1. Das erste SOLSTICE-Album ist endlich wieder erhältlich (neu gemastert auf CD 1).
2. Das zweite SOLSTICE-Album ist endlich wieder erhältlich (neu gemastert auf CD 1).
3. Das klangtechnisch seinerzeit voll in den Sand gesetzte „Pray“ wurde noch einmal komplett neu (aber mit Sinn für den Spirit der Scheibe) abgemischt und haut jetzt ungefähr doppelt so gnadenlos ins Kontor wie 1995 (CD 2).

Beide Platten bieten 90er Death/Thrash der räudigsten Sorte und leben von der Ungeschliffenheit des ganzen Ansatzes. Weder auf „Solstice“ noch auf „Pray“ gibt es irgendwas Schönes oder „Auflockerndes“ im Sinne Aggression abtödender Dudel-Melodien, mit denen die heutige Metalgemeinde unverständlicherweise so ziemlich jede Stilistik dichtkleistert – wie unpassend das auch sein mag. Auch antiseptische Plastiksounds sucht man vergeblich. Hier herrscht vernichtende Brutalität und Hässlichkeit in Form schädelspaltender Thrash-Riffs, krachender Gitarren- und Drumsounds und stinksauren Gebrülls – dargeboten in der Unmittelbarkeit und Direktheit, die im Lichte heutiger Veröffentlichungen wohl leider nicht mehr als ein Zeichen der Zeit waren.

Dabei unterscheiden sich „Solstice“ und „Pray“ nicht so sehr voneinander, wie die zwischenzeitliche Umbesetzung an den Schlüsselpositionen Gesang und Gitarre vermuten lassen. Zwar hat Christian Rudes das angsteinflößendere Organ, aber das ist auch schon der Hauptunterschied. Macht gar nichts, denn beide Scheiben gehören ohne Einschränkung zum Stärksten, was man aus der Ecke bekommen kann, kommen ohne Umschweife zur Sache und haben auch 20 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung weder an Durchschlagskraft, noch an Relevanz verloren. Letztere ist in Zeiten immer uniformerer Bands und unmusikalischerer Produktionen eher gewachsen.

FAZIT: Die meisten Freunde solcher Art Musik werden diese beiden Klassiker bereits besitzen. Ob sich die Neuanschaffung für den Remix von „Pray“ lohnt muss jeder selber entscheiden. Wer der Scheiben bisher nicht habhaft werden konnte, sollte jetzt zuschlagen und sich unbedingt auch gleich noch das 2009 erschienene Comeback „To Dust“ bestellen, das den Faden nahtlos weiter spinnt und in musikalischer Hinsicht vielleicht das beeindruckendste Werk dieser wütenden Männer darstellt.

Nachtrag 30.9., um der journalistischen Sorgfalt Genüge zu tun. Leider stand mir für das Review nicht meine eigene Anlage zur Verfügung, sondern nur etwas Kleines, Schepperndes. Bei Lichte besehen klingt der Remix von "Pray" zwar deutlich klarer, transparenter und fetter, aber auch recht künstlich und die Drumtrigger gräßlich. Die Aussage, dass der Remix mit Sinn für den Spirit der Platte vorgenommen wurde, wird also hiermit zurück genommen.

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.09.2012

Tracklist

  1. Transmogrified
  2. Cleansed Of Impurity
  3. Eternal Waking
  4. Survival Reaction
  5. S.M.D.
  6. Netherworld
  7. Plasticized
  8. Cataclysmic Outburst
  9. Aberration
  10. The Unseen
  11. Denial
  12. Pray
  13. All Life Lost
  14. Freedom Denied
  15. Close Minded Failure
  16. Depression
  17. Bleeding Unborn
  18. One At A Time
  19. Eyes See Red
  20. The Unseen
  21. Denial
  22. Pray
  23. All Life Lost
  24. Freedom Denied
  25. Close Minded Failure
  26. Depression
  27. Bleeding Unborn
  28. One At a Time
  29. Eyes See Red

Besetzung

  • Bass

    Mark van Erp, Garret Scott

  • Gesang

    Rob Barret, Christian Rudes

  • Gitarre

    Dennis Munoz, Rob Barret, Christian Rudes

  • Schlagzeug

    Alex Marquez

Sonstiges

  • Label

    Divebomb Records

  • Spieldauer

    105:45

  • Erscheinungsdatum

    12.06.2012

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