Ein halbes Dutzend Jahre auf dem Buckel, brachte es die fraugefrontete Band bislang auf zwei Veröffentlichungen - „22 Minutes“ sorgt für sechs Songs stärken Nachschlag. Wobei: Stark?
Nun, geboten wird ein recht bodenständiger Mix aus kraftvollem Hard Rock, stampfendem Heavy Metal und ein wenig Alternative Rock, ja selbst etwas Gothic Metal blitzt hervor („Just A Liar“). Liest sich gängig und tönt auch so, denn grundsätzlich machen SOMEONE'S MISSING ihr Ding solide, aber recht unspektakulär. Die Band weiß, wie man Songs schreibt, doch geht sie hierbei leider durchgehend viel zu schablonenhaft vor. Aha-Momente bleiben eine Seltenheit, und daran kann auch die kompetente Dame am Mikro nicht viel ändern.
Denn eine präsente, voluminöse und an sich wiedererkennbare Stimme hat Melanie Vallender allemal, doch durch die vorhersehbaren Arrangements aus dem Basic-Edition-Baukasten wird ihr kaum die Chance geboten, ihr offensichtliches Potential auszuschöpfen. Fast scheint es so, als hielte sich die Gute zurück, weil es die Nummern nicht zulassen wollen.
FAZIT: Something's missing, und zwar ein Alleinstellungsmerkmal jenseits des Gesangs. Denn wenngleich Stücke wie „Blind“ ganz klar Hitkompatibilität besitzen, geschieht auf „22 Minutes“ einfach zu viel Herkömmliches, Angepasstes. Und das ist zu wenig, um vorwärts zu kommen.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.06.2012
Marc Fröhlking
Melanie Vallender
Torsten Stoltenow, Michael Nühlen
Thomas Wilegalla
Timezone
Fast 22 Minuten
27.04.2012