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Spiders: Flash Point

Stil: Hardrock / Psychedelic

Cover: Spiders: Flash Point

In manchen Kreisen bekommt man sich wegen der Schweden SPIDERS schon nicht mehr ein, kaum dass sie im Kurzformat von sich reden machten. Das Quartett spielt aber keinen momentan so angesagten Retro-Rock mit Frontfrau, sondern … na ja, eigentlich doch Retro-Rock mit Frontfrau, nur eben ein wenig anders, als ihr euch das vorstellt, und garantiert nicht „okkult“.

„Above The Sky“ sowie „Hard To Keep True“ (coole Mundharmonika) klingen wie eine Mischung aus JEFFERSON AIRPLANE und breitbeinigem Hardrock, womit sie mehr oder weniger maßgeblich für den Gesamtsound von SPIDERS stehen. „Love Me“ hat dann noch etwas von SHOCKING BLUE, die insofern naheliegen, als es diese Band der holländischen in Sachen Songwriting gleichtut: Das Wesentliche steht im Vordergrund, und dabei wird nicht unbedingt virtuos oder gar glatt inszeniert, sondern gerne ruppig. „Hang Man“ etwa besitzt tatsächlich etwas von MOTÖRHEAD oder zahmeren GIRLSCHOOL.

Dies heißt andererseits nicht, dass SPIDERS und Ex-WITCHCRAFT-Gitarrist John Hoyles im Speziellen ausschließlich den kleinsten gemeinsamen Nenner anstreben. Das Klatschen und die unterschwelligen Akustikgitarren in „Weekend Nights“ oder die Cowbell im am ehesten an die Hexenkünstler gemahnenden „Loss & Trouble“ sind nette Spitzen, die das ohnehin kurze Album noch kurzweiliger machen. Johns Ehefrau Ann-Sofie ist übrigens objektiv betrachtet nicht eben eine Chanteuse vor dem Herrn und schon gar keine Diva, sondern trällert frei von der Leber weg. So stehen SPIDERS den Landsleuten BULLET dankenswerterweise näher als etwa – ja genau, jener anderen holländischen Band.

Das agile Rotzrock-Doppel aus „Fraction“ und „Rules Of The Game“ sowie der Rauswerfer „Stendec“ (verspielter Uptempo-Boogie) sind die auffallenden Highlights einer unprätentiösen Scheibe voller kurz knackiger Popsongs für eine bessere (Radio-)Welt

FAZIT: Auch wenn der Vergleich stilistisch unzulässig ist, hat Hoyles gegenüber der neuen Scheibe seiner alten Band das Nachsehen, aber „Flash Point“ ist relativ frischer Aufguss von Altbewährtem, dessen Cover zu betrachten eigentlich genügt, um die Musik zu beschreiben. SPIDERS spielen harten Rock mit nur leicht psychedelischer Note für VW-Busse und heiße Öfen.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.10.2012

Tracklist

  1. Weekend Nights
  2. Hang Man
  3. Love Me
  4. Loss & Trouble
  5. Fraction
  6. Above The Sky
  7. Rules Of The Game
  8. Hard To Keep True
  9. Stendec

Besetzung

  • Bass

    Matteo Gambacorta

  • Gesang

    Ann-Sofie Hoyles

  • Gitarre

    John Hoyles

  • Schlagzeug

    Ricard Harryson

Sonstiges

  • Label

    Crusher

  • Spieldauer

    28:34

  • Erscheinungsdatum

    05.10.2012

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