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Stinking Lizaveta: 7th Direction

Stil: Instrumental / Noise / Alternative

Cover: Stinking Lizaveta: 7th Direction

Dass STINKING LIZAVETA im Laufe ihrer langen Geschichte eher nur im Underground wahrgenommen wurden und werden, liegt an ihren oft wie Jams anmutenden Instrumentalstücken, die selbst in einer Zeit, da gesangslose Musik salonfähig wird, einen schweren Stand genießt. Der Teufel steckt hier nämlich im Detail, und darauf lässt sich der Fan des zeitgenössischen Sounds mit der dicken Hose nur ungern ein.

Das Trio kommt hörbar von der alten Schule: Interaktion wie unter alten Freunden wird großgeschrieben, was zu den mithin spannendsten Songs „View From The Moon“, „One To The Head” und “Ten Thousand Hours”. Diese und vor allem “Democracy Vs. The Machine”, aber auch alle übrigen klingen sehr live, was Sanford Parker trefflich eingefangen hat. Da der Mann hippe Truppen von NACHTMYSTIUM bis BIBLE OF THE DEVIL betreut hat, darf man für STINKING LIZAVETA hoffen, dass etwas von deren vermeintlicher Coolness auf sie abfärbt, denn der Sound von „7th Direction“ klingt für Kenner retro-authentisch, während Modern-Rocker ihn vermutlich kacke finden, weil die Musik zu dynamisch und „nackt“ klingt.

Dies lässt den forschen Spring am Ende von „Moral Hazard“ umso intensiver klingen, und selbst der akustischen Mathematik von „Burning Sea Turtles” oder „Dark Matter” geht die Wärme nicht flöten. Der Kaputt-Blueser “The Space Between Us” geht sowieso ans Her, wohingegen “Z” und “American Dream” niedere Noise-Instinkte ansprechen. Eingedenk des jazzig zarten “Stray Bullet” und der staubige Hommage “Johnny Otis” an ebendiesen ist „7th Direction“ beileibe kein Zwischendurch-Album, zumal die Kompositionen wegen der improvisatorischen Anwandlungen mitunter gar keine beziehungsweise sperrig sind, aber die Auseinandersetzung mit der Scheibe und STINKING LIZAVETA, einer erfahrenen Band mit verdienten Sporen in Geschmäckler-Kreisen, lohnt definitiv.

FAZIT: Mit „7th Direction“ legen STINKING LIZAVETA ein detailverliebtes Album zum Zuhören vor, zu dessen Genuss man sich vorzugsweise in den Gefilden Proto-Metal, Alternative der AmRep-Schule und Grunge im weitesten Sinn auskennen sollte. Ist sowieso alles irgendwie dasselbe, oder? Störrisch, aber herzlich, nicht immer nach gängigen Konventionen stimmig, aber dafür auch nie langweilig.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.08.2012

Tracklist

  1. The Seventh Direction
  2. View From The Moon
  3. Moral Hazard
  4. Dark Matter
  5. The Space Between Us
  6. Z
  7. Burning Sea Turtles
  8. One To The Head
  9. American Dream
  10. Ten Thousand Hours
  11. Stray Bullet
  12. Democracy Vs. The Machine
  13. Johnny Otis

Besetzung

  • Bass

    Alexi Papadopoulos

  • Gitarre

    Yanni Papadopoulos

  • Schlagzeug

    Cheshire Agusta

Sonstiges

  • Label

    Exile On Mainstream / Soulfood

  • Spieldauer

    51:34

  • Erscheinungsdatum

    24.08.2012

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