Eines vorweg: Nein, STOMPER 98 sind keine Faschos, denn sie legen Wert darauf, in rechten Kreisen nicht gemocht zu werden, sind nicht rechts, distanzieren sich vehement vom braunen Sumpf, und Skinhead ungleich Neonazi.
Auf „...bis hierher“ bleiben die fünf Kahlköpfe ihrem offen angelegten, saxophonverstärkten Oi!-Streetpunk treu, den sie mit etwas 2-Tone, Rock'n'Roll, Ska und laut eigenen Aussagen mit „Aggro-Reggae“ vermengen. Das sorgt für Eigenständigkeit, die gesanglich weitergeführt wird, denn das wütende, teilweise scheppe Organ des Gift versprühenden Shouters Sebi kann man so wohl nur schwer mit Kollegen aus genreverwandten Regionen vergleichen.
Die prall produzierten Songs sind überwiegend in höheren Tempogefilden angesiedelt, meist straight und simpel, auf die Fresse, und es ist der Band deutlich anzuhören, dass sie die ganze Sache aus vollster Überzeugung praktiziert. Und das klingt unterm Strich deutlich authentischer als das Gros der rüpelhaft durch die Gegend bollernden Fleischmützenkollegen.
FAZIT: Gute Hausmannskost. Manchmal etwas geschmacksneutral, aber nicht ungenießbar.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.09.2012
Lars
Sebi
Flacke, Tommi
Phil
Holger (Saxophon)
Sunny Bastards
45:09
12.10.2012