Mit einem schicken Intro aus einem groovigen Elektrobeat und edlen Flächen läutet das Belgienquartett sein Debüt ein und führt den Hörer sogleich aufs Eis, denn bereits der erste „echte“ Song „August II“ wartet mit brettharten Gitarren auf und plättet das, was eben noch luftig und fluffig durch die Sphären schwebte, um danach beides miteinander verschmelzen zu lassen.
Das ist ein Stilmittel, das unsere westlichen Nachbarn sehr gerne einsetzen, und so erblühen aus den gesäten Samen namens Prog Rock, Progressive Metal, Post-Rock, und Electronica eigenwillige Pflanzen mit zahlreichen Verästelungen um die harten Stängel. Pflanzen, die sich trotz einiger Fingerzeige gen Inspiratoren nie in einen der gängigen Genrekübel eintopfen lassen. Aus den einzelnen Knospen erwachsen Unikate von Blüten, in Form von semiakustischen Gitarren, zartem Schlagzeug und feinen Elektrosprengseln.
Die Ernte, die sich beim Abpflücken der Früchte respektive Songs erbeuten lässt, ist reichhaltig, schmackhaft und saftig, reif und kommt ohne Zusatzstoffe aus, und jeder Fan instrumentaler Musik postalischer Prägung dürfte sich diese klanglichen Vitaminbomben gerne in seinen Obstkorb legen, um regelmäßig davon zu naschen.
FAZIT: Immer, wenn man glaubt, dieses Genre mitsamt Umgebung gibt nichts mehr her, kommt eine neue Band um die Ecke, die diese These widerlegt. Und das ist bei der Post-Inflation wirklich keine einfache Angelegenheit.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.10.2012
Thijs van der Linden
Marijn Gabriëls, Kevin Limpens
Wout Lievens
Wout Lievens, Marijn Gabriëls (Samples)
Dunk!
37:59
26.10.2012