Möpse & Motoren. Zieht ja eigentlich immer. Beim Betrachten der strammen Ische (und ebenso deren Hot-Pants-Heckansicht auf dem Backcover) kann Mann wohl auch nicht meckern. Und das Cover erfüllt nebenbei auch seinen Zweck als Hinweis auf die ungefähre Gangart von STROKER ACE. Prog-, Death- oder Gothic-Metaller dürften sich schließlich eher weniger durch die CD-Verpackung zum Testhören animieren lassen. Nun, Sleaze oder Glam Metal ist es auch nicht, was "Hit The Gas" zu bieten hat. Dann also Hardrock und zwar von der direkten und griffigen Art. Dementsprechend auch der mehrfache Hinweis in der Bandbeschreibung auf die tatsächlich unüberhörbaren Inspirationsquellen, wobei das Quartett aus Baden-Württemberg auf seinem dritten, bereits vor anderthalb Jahren eingeklöppelten Langspieler aber mehr nach ROSE TATTOO als nach AC/DC klingt, denen man am ehesten im Gitarrenbereich nacheifert.
Nach erfrischendem Beginn mit kernigem Stoff wie "Start The Fire" und dem räudigen, an CIRCUS OF POWERs "Motor" erinnernden "Wack Out", wandelt die junge Band an besonders energischen Stellen wie "White Line" und "Steamy Women" auch schon mal sehr deutlich auf den Spuren von AIRBOURNE. Mit der Zeit schimmert auch die Vergangenheit von STROKER ACE als Punk-Combo (unter anderem Bandnamen) besonders durch den Gesang und die Backing Vocals immer deutlicher durch ("Destruction", "Backseat Rhythm").
Nach der halben Platte lässt die Spannung dann aber merklich nach. Nicht nur, dass es einem Song wie dem Titeltrack ebenso an Groove wie an Coolness fehlt, das Songwriting ist doch arg übersichtlich und insgesamt gibt es zu viel Aufgewärmtes aus der Riff-Kantine. Auch ist der Gesang auf Dauer zu eintönig und zu harmlos, um wirklich mitzureißen. Nicht, dass Nummern wie "Daredevil" oder "Get Out Of My Way" schlechter wären als der Rest, aber man hat sie halt in der vorangegangenen halben Stunde irgendwie schon gehört.
FAZIT: Durchaus guter, aber wenig abwechslungsreicher und schon gar nicht origineller Hardrock, der zur Belebung der regionalen Szene locker ausreicht, zu mehr aber (noch) nicht.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.10.2012
Timo Heide
Julian Wiedenhöfer
Marco Riek, Julian Wiedenhöfer
Armin Kohler
SAOL/H´art
41:14
05.10.2012