Zweite Runde für die Bremer STUN, und Geduld ist angesagt: „Ok Hunter“ kränkelt an vielem, was zeitgenössischen Indie und Post Rock häufig beliebig und langweilig macht, erweist sich am Ende aber zumindest als stimmiges, in sich geschlossenes Gesamtwerk gereifter Songwriter.
Der Opener „Kids Explode“ ergeht sich vorhersehbar im Leisetreten und wächst sich zum mit Gitarrenschlieren zugenebeltem Fanal aus. Erst am Ende des Tracks spielt die Gruppe ihren Trumpf aus, denn Noise Pop als Eigeneinordnung ist durchaus berechtigt. In den gepfefferten Momenten klingen STUN demzufolge am überzeugendsten. Plump gesagt könnte man dem interessierten Hörer immer nur jeweils die zweite Hälfte der Tracks zum anspielen empfehlen, da sich der Schmiss der Band ebendort zeigt. Schreien wie in „Ruins of the Past“ sollte Fronter Roman besser nicht.
Das schummrige, vom Bass angetriebene „Paris Vegas“ stellt eine angenehm forsche Ausnahme dar und bietet eine nicht unerhebliche Hookline feil, ist als längster Track letztlich sogar der beste, direkt vor dem durchgängig dicht inszenierten „Hail Will Drum“ mit seinen aufwändigen Gesangsarrangements. „Love“ bleibt hingegen trotz Bläsereinsatz genauso fahl wie das bemüht aufbegehrende „You in Me“ und das zu poppige „Monotone“. Wenn angedeutet wurde, STUN seien als Schreiber gereift, bedeutet dies, dass sie verstehen, für sich genommen überzeugende Tracks verfasst haben, die bloß eben schon in dieser Form da waren. Alleinstellungsmerkmale erwünscht.
FAZIT: Wer sich grob etwas zwischen den späteren SPARTA-Sachen und den Nachbarn von KANTE vorstellen kann, sollte diesen Schmachtfetzen (nicht negativ gemeint; die Gefühle sind aufrichtiger Natur) antesten. Dem Rezensenten klingt es häufig zu … na, was? – genau: beliebig.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.03.2012
Johann
Marco
Marco, Roman
Moritz
Sister Jack / Cargo
48:39
30.03.2012