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Swallow The Sun: Emerald Forest And The Nightbird

Stil: Doom/Death Metal

Cover: Swallow The Sun: Emerald Forest And The Nightbird

Nach einem Tour-reichen Jahr 2010 zum letzten Album „New Moon“ haben SWALLOW THE SUN in recht kurzer Zeit ein neues Album geschrieben, welches jetzt schon in den CD-Regalen steht. Auf den ersten Blick mag der Hörer nicht schlecht staunen, denn das Cover ist diesmal nicht in erdrückender Dunkelheit gehalten, sondern erstrahlt unschuldig in weiß und grün.

Doch der erste Eindruck trügt, denn musikalisch haben SWALLOW THE SUN keineswegs eine Kehrtwendung zum Frohsinn gemacht: Düster, melodischer Death Doom, der den Hörer in die Abgründe der Finnischen Düsterseelen entführt. Während der fast zehnminütige Opener und Titeltrack 'Emerald Forest And The Blackbird' in seiner Dichte und Urgewalt so einiges vom Hörer abverlangt, entpuppen sich die nachfolgenden Songs als etwas leichter zugänglich. Allen voran das mit gefühlvollem Refrain versetzte 'This Cut Is The Deepest' oder der bereits vorab ausgekoppelte Video-Track 'Cathedral Walls', der allerdings in seinem letzten Drittel einen gewaltigen Ausbruch erlebt. Ebenfalls grandios und Hit-verdächtig: Der vierte Teil der SWALLOW THE SUN-Horror-Reihe 'Labyrinth Of London'. Eine waschechte Jack The Ripper-Story, die im STS-Gewand gelungen daherkommt und mit coolem Refrain punktet.

„Emerald Forest ...“ ist unverkennbar STS in Reinkultur: Auch wenn das Songwriting komplexer wirkt, gibt es auf der anderen Seite wieder sehr eingängige Passagen, so dass man niemals das Gefühl hat, dass die Band zu tief ins Progressive abrutschen könnte. Auch die stimmliche Leistung von Sänger Mikko auf dieser Veröffentlichung ist beachtlich: Unglaublich, welches Gesangsspektrum er abdeckt und wie authentisch er das rüberbringt. Wer die Band live gesehen hat, weiß, dass er das auf der Bühne genauso gut meistert und vom schnulzigen Klargesang über fiese Black Metal Screams bis hin zu den tiefsten Growls alles drauf hat. Ein Sänger, wie er besser für diese Band nicht existiert, will man meinen, denn seine Bandbreite passt optimal zu den vielschichtigen Songs.

Im direkten Vergleich zum letzten Album „New Moon“ braucht „Emerald Forest And The Nightbird“ etwas länger, um zu zünden und schließt da eher an die Tradition der ersten beiden Platten an. Genau das macht diese Platte aber so interessant und fesselnd: Es gibt kaum einen Song, der nicht an irgendeiner Stelle etwas Unerwartetes zu bieten hat. Über die gesamte Spielzeit wirken die Finnen niemals platt und bieten dem Hörer auch beim x-ten Durchlauf noch die Möglichkeit, etwas Neues zu entdecken.

FAZIT: SWALLOW THE SUN gehen auf „Emerald Forest And The Nightbird“ keine neuen Wege, sondern zeigen auf, dass sie als Musiker wachsen und sowohl Zuhörer als auch sich selbst fordern wollen. Es gibt über eine Stunde düster melancholische Doom Death-Kost, die gelungen zwischen Eingängigkeit und Anspruch wandelt. Wer auf gut gemachte Düsterkost steht, kommt auch an diesem Album nicht vorbei.

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.02.2012

Tracklist

  1. Emerald Forest And The Blackbird
  2. This Cut Is The Deepest
  3. Hate, Lead The Way
  4. Cathedral Walls
  5. Hearts Wide Shut
  6. Silent Towers
  7. Labyrinth Of London (Horror Pt. IV)
  8. Of Death And Corruption
  9. April 14th
  10. Night Will Forgive Us

Besetzung

  • Bass

    Matti Honkonen

  • Gesang

    Mikko Kotamäki

  • Gitarre

    Juha Raivio, Markus Jämsen

  • Keys

    Aleksi Munter

  • Schlagzeug

    Kai Hahto

Sonstiges

  • Label

    Spinefarm Records

  • Spieldauer

    66.54

  • Erscheinungsdatum

    03.02.2012

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