Begeisterung mag bei „Style Collector“ nicht so recht aufkommen, denn die Duisburger vergaßen bei ihrer Mission, Heavy-, Thrash- und Melodic Death Metal zu einem Ganzen zu verschmelzen, offensichtlich auch so etwas wie eigene Ideen einfließen zulassen.
Das ICED EARTH-, SOILWORK-, IN FLAMES- und 80er-Bay Area-Thrash-beeinflusste Material wird, das ist keine Frage, tadellos dargeboten. Die Riffs sägen präzise und messerscharf, der Bass drückt, die Drums pockern wie ein Uhrwerk, und auch die meist traditionell-schwermetallisch an Matt Barlow und Bruce Dickinson orientierten Vocals sind absolut Top, doch in kreativer Hinsicht hat es die Band zu keiner Minute auf die Kette bekommen, auch mal eine Melodie oder ein Riff daherzuzaubern, wie man es zuvor noch nicht gehört hat. Vielmehr wirkt dieses Album so, als höre man sich hier einen Sampler sämtlicher Metalklassiker der letzten rund dreißig Jahre an.
Dem Traditionalisten, der möglichst nichts Neues hören möchte und dem es genügt, dass eine neue Band mit Bewährtem aufwartet, das im Grunde nicht viel mehr als eine Verbeugung an seine Helden ist, wird es vielleicht genügen, was „Style Collector“ bietet, und unter diesem Aspekt ist das Album auch ein hervorragendes, aber wenn man auch nur ein Mindestmaß an Eigenständigkeit oder zumindest kreativer Energie erwartet, bleibt dieser Dreiviertelstünder verzichtbar.
FAZIT: Wir erleben hier Metal aus dem Lehrbuch, den SYNASTHASIA prima auswendig gelernt haben. Doch es wäre eine wunderbare Sache, wenn sich die fünf Jungs aus dem Pott ein eigenes Profil erspielen würden, das ihnen Wiedererkennungswert einbrächte.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.03.2012
Martin Jun
Jochen Kinner, Dennis Marschallik
Christian Bruckschen, Dennis Marschallik
Dominik Timm
Sound Guerilla
44:28
22.03.2012