Während sich die anderen großen Vertreter der amerikanischen Sludge-Welle wie beispielsweise KYLESA und BARONESS von Album zu Album weiterentwickeln, neue Facetten für sich entdecken und teilweise ihre morastigen Wurzeln nahezu vollständig abgelegt haben, bleiben BLACK TUSK auch auf ihrer aktuellen EP "Tend No Wounds" ihrem etablierten Stil treu.
Rohe, ungeschliffene Riffs treffen auf einen ebensolchen Sound und verweigern sich dabei vehement jedwedem Anflug von Komplexität. Ausgereiftes, durchdachtes Songwriting klingt anders. Im direkten Vergleich mit dem bereits recht lahmen Vorgänger "Set The Dial" enthält "Tend No Wounds" zwar wieder etwas ausgeprägtere Punk-Einflüsse, bietet jedoch ansonsten nichts als Stagnation und ein Qualitätsniveau nahe der Belanglosigkeit. Das hier dargebotene Material lässt eher auf den spontanen Mitschnitt einer Jam-Session denn auf ausgearbeitete Songs schließen.
FAZIT: BLACK TUSK mögen live nach dem Genuss des ein oder anderen hochprozentigen Getränks durchaus Spass machen und in eben jenem Moment auch über ihre legitime Daseinsberechtigung verfügen. Wenn jedoch wie im Falle von "Tend No Wounds" weit mehr Arbeit im (sehr gelungenen) Artwork einer Platte zu stecken scheint als in deren musikalischen Inhalt, ist Vorsicht geboten.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.07.2013
Jonathan Anthons
Andrew Fiddler
James Mays
Relapse Records
23:25
23.07.2013