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Bloodgood: Dangerously Close

Stil: Hardrock

Cover: Bloodgood: Dangerously Close

Manchmal kommen sie wieder, auch wenn es 22 (!) Jahre dauert: BLOODGOOD, für nicht-Bibeltreue und White-Metal-Außenstehende die zweite bis dritte Riege des Yankee-Hard-Rock, feiern ihr Comeback mit einer nur knapp soliden Scheibe inklusive allem textlichen Für und Wider.

Sänger Carlsen ist mit seiner jammernden und hörbar gealterten Stimme das Aushängeschild der Gruppe, die mit Paul Jackson und Oz Fox (STRYPER, wie passend) Gitarrenprominenz auffährt. Ihr stilistisches Spektrum beschränkt sich auch jetzt noch auf mal AOR-affines Material ("I Will", "Father, Father" - beides mithin die stärksten Tracks), dann wieder auf am Metal schrammenden Stoff, der leider zu oft im Midtempo versumpft, sei es während "Pray" oder im ausgesprochen drögen "Child On Earth". Forciert wird dieser Eindruck von zu statischer Rhythmusarbeit und leicht abgegriffenen Arrangements, die man der Band aufgrund ihres altgedienten Status mit einem zugedrückten Auge nachsehen darf.

Mögen BLOODGOOD in den Staaten auch Superseller (gewesen) sein, bleiben sie objektiv betrachtet gerade wegen ihrer nur durchschnittlichen Songwriting-Qualitäten ein kleines, wenn auch gewollt heiliges Licht. Das flotte "Bread Alone", der kernige Stampfer "Man In the Middle" und "Run Away" (hat tatsächlich etwas von frühen BON JOVI ohne Keys) markieren neben den erwähnten Schmeichlern die Highlights auf "Dangerously Close", einem beileibe nicht nahe an die Perfektion (oder an Gott?) reichenden Wiederkehr-Albums - für Fans unerlässlich, für Skeptiker gerade auch lyrisch unsäglich, und für den herkömmlichen Hardrock-Fans schlichtweg zu unspektakulär.

FAZIT: Als Anhänger von BLOODGOOD und Jesusrock-Szenegänger muss man "Dangerously Close" wohl allein schon deshalb haben, um weißmetall-historisch mitbeten zu können; alle anderen US-Metal-Freunde wenden sich härterem Material zu, während die Melodic-Fraktion anderswo ideologisch wertfreie Alternativen zum Sich-Liebhaben findet.

Punkte: 5/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.12.2013

Tracklist

  1. Lamb Of God
  2. Run Away
  3. Child On Earth
  4. I Will
  5. Bread Alone
  6. Pray
  7. I Can Hold On
  8. Run The Race
  9. Father Father
  10. Man In The Middle
  11. Crush Me
  12. In The Trenches

Besetzung

  • Bass

    Michael Bloodgood

  • Gesang

    Les Carlsen

  • Gitarre

    Paul Jackson, Oz Fox

  • Schlagzeug

    Kevin Whisler

Sonstiges

  • Label

    Doolittle

  • Spieldauer

    50:41

  • Erscheinungsdatum

    29.11.2013

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