BOBBY SANT ist ein Solokünstler aus Schweden und dementsprechend ist die Musik auf seinem zweiten Album schnell umschrieben. Aufgenommen in der Kirche seiner Heimatstadt kommen zur obligatorischen Akustik-Gitarre vereinzelt ein wenig Klavier und Geige dazu und bei „Frozen Tears“ greift Herrn Sant eine Elfe gesangstechnisch unter die Arme, ansonsten steht ausschließlich seine Stimme im Vordergrund. Und die ist eigentlich gar nicht mal schlecht und erinnert an die üblichen Genre-Vorreiter. Allein der oftmals ziemlich übertriebene Vibrato-Einsatz macht einige Passagen schwer erträglich, dazu kommen diese weinerlichen Semischluchzer am Silbenende, wenn es besonders herzergreifend klingen soll. Hält der Meister sich damit zurück, kommen dabei durchaus gute Songs heraus wie z.B. „That Ain´t Why“, „City Sky“ oder „3000 Skies“, die mit gekonnten Arrangements und eingängigen Melodien überzeugen. Leider stehen daneben auch eine Reihe von ziemlich unspektakulären Beiträgen, die weitgehend unbeeindruckend am Hörer vorbeiplätschern. Mit dem fast schon gejaulten „Oh Lord“ gibt es gar einen musikalischen und textlichen Totalausfall, der „My Dead Town“ einen satten Punkt kostet. Die lyrischen Ergüsse auf diesem Album kommen ohnehin über selbstmitleidiges Gejammer selten hinaus – das mag ja dem Genre geschuldet sein – aber „...Oh Lord, where do we go when we die?...“ ist dann doch des Guten ein bisschen zu viel. Aus einem Titel wie „Make Love To Guns 'N' Roses” hätte sich textlich ebenfalls deutlich mehr herausholen lassen als hier demonstriert…
FAZIT: Eine handvoll guter Songs sowie schwachbrüstige Texte plus stellenweise nerviger Gesang sind keine besonders guten Verkaufargumente für ein Album aus dieser musikalischen Richtung. Muss man nicht haben.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.05.2013
Bobby Sant
Bobby Sant
Sakuntala Records
32:02
20.04.2013