Ein ulkiger Mix ist jener, den das dänische Fivepiece auf seiner neuesten Langspielscheibe fabriziert - denn beim Hören von „aXiom“ springen einem MESHUGGAH (Polyrhythmik), SCORPIONS (da der Sänger Jacob eine ähnliche Klangfarbe klangpinselt wie Klaus Meine), NEVERMORE (Modernismus), PSYCHOTIC WALTZ (bei manchen Melodien) oder SOILWORK (bei den cheesy Parts) wie überdimensionale Bandlogos vor die imaginäre Linse. Hinzu gesellen sich lobenswerterweise originelle Electronica - doch die Originalität hat man bei Zuvorgenanntem leider eingespart.
Fast könnte man meinen, dass BOIL mit dem aktuellen Album versuchten, die Alternative-, Prog-, „Djent“- und Hard Rock- sowie die Normalo-Metal- und die Brutalo-Fans gleichermaßen zu bedienen. Das Problem dabei ist trotz aller Variabilität und experimenteller Anflüge, dass das Aarhus-Quintett dies auf eine fast schon seichte, aalglatte, anbiedernde Weise tun, und bei der Verwurstung der Einflüsse gelingt es BOIL kaum, aus ihrer Semi-Cover-Spur auszubrechen. Angenehm zu Hören ist das Ding allemal, jedoch lullt es eher ein, als dass es die Aufmerksamkeit so wirklich auf sich ziehen mag.
FAZIT: Zu sehr Standard, zu sehr mit eingebautem Like-Button, zu synthetisch produziert und hierdurch irgendwo im Mittelfeld der Beliebigkeit vor sich hin treibend, werden BOIL weder positiv noch negativ auffallen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.02.2013
Kristian Routinen
Jacob Løbner
Stig Nielsen, Kenneth Avnsted
Mikkel Ib
Vicisolum Productions
45:32
15.02.2013