Fahrenheit 451 war einer dieser Klassiker, zu deren Lektüre man zumindest zu meiner Schulzeit genötigt wurde. Ob das ein Viertel Jahrhundert später immer noch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis, die friesischen Melodic Deather BURIAL VAULT haben sich aber zumindest von dem antitotalitären Werk zu „Incendium“ inspirieren lassen.
Ein hehrer Anspruch also, den es mit entsprechend hochwertiger Musik zu untermauern gilt. Und da erschließt sich das auf 13 Songs gestreckte Werk leider zunächst nur in Teilen. Gerade die erste handvoll Songs, alle im drückenden Mid-Tempo gehalten, gefallen auf Anhieb und gipfeln in dem kleinen Hit „Peculiar“, in dem Sänger Raimund Ennenga mal nicht in den hohen Passagen an NEAERA-Frontmann Benny Hilleke erinnert, sondern clean und leider leicht schief singt. Danach versinkt „Incendium“ ein wenig im Mittelmaß, ist zwar nicht schlecht, setzt aber keine neuen Akzente mehr, obwohl die Spannbreite BURIAL VAULTs beeindruckend weit von Akustik-Parts über Gitarrenfrickelei bis zu melodischer Black-Metal-Raserei reicht. Auch wenn einige Teile im Verlauf durchaus aufhorchen lassen, nimmt das Album den Hörer nicht auf ganzer Länge gefangen, vielleicht wäre ein klein wenig weniger Länge besser gewesen?
FAZIT: „Incendium“ startet als starkes Melo-Death-Album, kann aber nicht auf ganzer Länge fesseln, wächst aber nach mehrfachem Hören durchaus noch.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.06.2013
David Speckmann
Raimund Ennenga
Tobias Schaub, Alexander Petri
Immo Groeneveld
Apostasy Records
54:34
24.05.2013