„Balance“ ist das Zauberwort. „Balance“ ist erforderlich, um aus einem guten Hardrock-Album ein sehr gutes Hardrock-Album zu machen. Und „Balance“ ist genau das, was „Epic Obsession“, das dritte Album von BURNING RAIN, ausmacht.
Einerseits wissen die Jungs um den Gitarrenvirtuosen Doug Aldrich (u. a. BAD MOON RISING, DIO, aktuell bei WHITESNAKE), wie man einen zackigen Uptempo-Rocksong mit reichlich Ecken und Kanten sowie ausufernden Gitarrenparts arrangiert. Nachzuhören etwa auf dem Albumopener „Sweet Little Baby Thing“, „Pray Out Loud“ oder „Out In The Cold Again“. Dort inszenieren die Amerikaner ein furioses Feuerwerk in verschärfter WHITESNAKE-Manier. Keith St. John röhrt sich die Seele aus dem Leib, Aldrich soliert wie Hölle, Matt Starr verdrischt sein Drumkit. All das aber mit einer gehörigen Blues in den Songs. Gut ausbalanciert eben.
Die andere Seite BURNING RAINs ist deutlich gefühlvoller, und die sanften Töne beherrschen sie mindestens genau so gut wie die schroffen, heftigeren Tunes. „Heaven Gets Me By“ (als Bonus zusätzlich in einer Akustikvariante vorhanden), der luftige Sommerhit „Too Hard To Break“ oder der ultimative Schlüpferstürmer „When Can I Believe In Love“ – der Song hält alles, was der Titel verspricht – sind Beleg genug dafür, dass sich BURNING RAIN auch auf sanfteres Niveau begeben können, ohne darauf auszurutschen oder in seichten Gewässern zu stranden.
FAZIT: „Epic Obsession“ befindet sich perfekt in Balance. Krachender Rock und schmeichelnde Melodien, simple Riffs und ausgefeilte Gitarrensoli, laut und leise – hier ist alles vertreten, und alles zudem in äußerst überzeugender Manier dargeboten. Einzig das LED-ZEPPELIN-Cover „Kashmir“ hätte sich das Quartett sparen können.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.05.2013
Sean McNabb
Keith St. John
Doug Aldrich
Matt Starr
Frontiers Records
74:55
17.05.2013