„Anthropos“ … menschlich … Ja, Bewunderung ist menschlich und schöner als Neid, während Mimikry generell zum Leben gehört, ob bei Mensch, Tier oder Pflanze, und dieser junge Spross glaubt, sich einer gefühlten Wüste anpassen zu müssen (nicht dass es in Skandinavien abgesehen vom Eis welche gäbe), indem er John Garcia und Konsorten nachahmt.
„Anthropos“ ist von vorne bis hinten KYUSS, zieht man den einstweilen schwedischen Gesang („Graenslandet“) ab. So kompakt die Gruppe aufspielt (höre den Opener), so sehr mag sie auch das Jammen, was eingedenk der verträumten Vocals in „The Forest“ sowie „Something From Below“ und während der einfühlsamen Ballade (vielleicht ironischerweise bestes Stück) für eine psychedelische Note sorgt. Dass Sänger Daniel ein wenig nach Jeff Buckley klingt („R. McCord“), macht MOTHER OF GOD zumindest ein Stück weit eigenständig.
Neben dem Leisetreter gefallen noch „To Live“ mit Hammondorgel und das finstere „Aim For The Sun“. Der Rest – das allzu standardisierte „Hoenan“, der dröge Grunger „Windows“ und das ellenlange Ende „Lucy“, dem der richtige Einfall fehlt – ist Genre-Durchschnitt und zieht das Album hinunter.
FAZIT: „Anthropos“ ist im Smallstone-Katalog ein einfach nur solides Szenealbum ohne Mehrwert und von solcher Art, dass der Markt irgendwann daran ersticken muss, so sympathisch die Angelegenheit auch wirkt. Die Stoner-Caritas darf zugreifen, aber wir sind schließlich nicht hier, um zu spenden.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.01.2013
Carl Lindblad
Daniel Nygren
Daniel Nygren, Johan Kvastegård
Jimmy Hurtig
Smallstone / Cargo
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01.02.2013