Kaum zu glauben, aber wahr: „Killhammer“ ist bereits das achte MYSTIC-PROPHECY-Album seit dem Debüt „Vengeance“ im Jahre 2001. Acht Alben in zwölf Jahren – ein unglaublich hohe Quote, und umso erstaunlicher, als dass die Band um Sänger R. D. „Lia“ Liapakis im Grunde genommen noch kein wirklich schwaches Album veröffentlicht hat.
Allerdings, auch das muss man sagen, der absolute Überhammer, der alles überstrahlt, war bisher auch noch nicht dabei. Das gilt ebenso für Album Nummer acht, mit „Killhammer“ gewohnt klischeebeladen betitelt: Es sortiert sich weitgehend unauffällig in die Bandhistorie ein – das Album ist nicht schlecht, ganz im Gegenteil, sogar durchaus gutklassig, aber eben auch kein Wunderwerk. Wie gehabt bewegen sich MYSTIC PROPHECY im düsteren, modern angehauchten Power-Metal-Metier. Das herausragende an der Band sind immer noch die Vocals von Bandleader R. D. Liapakis, und auch die schwer riffenden Gitarren wissen zu gefallen.
Im Vergleich zu den letzten Alben geht die Band einen Ticken variabler zu Werke, lässt verstärkt Melodien sprechen. Auf der anderen Seite vergisst man aber auch nicht die thrashigen Anleihen, die den Sound der Band schon immer aufgewertet haben. Nachzuhören auf dem neuen Album beispielsweise in „300 In Blood“, das eine feine Gesangsmelodie mit harten Thrash-Riffs paart. Dass im lyrischen Bereich kein Klischee ausgelassen wird (alleine in den Songtiteln - „Hell“: zweimal, „Fire“: zweimal, „Kill“: zweimal) – mei, wir sind halt im Heavy Metal, da gehört sowas eben auch dazu. Dazu gehört bei MYSTIC PROPHECY auch eine Coverversion, hier gibt es diesmal mit dem OZZY-Hit „Crazy Train“ zwar eine wenig originelle Titelwahl, die dafür aber ordentlich umgesetzt wurde.
FAZIT: Power Metal der gehobenen Klasse, wie immer ordentlich gespielt, mit ordentlich Schmackes und abwechslungsreich dargeboten. Eine Spur melodischer als die Vorgänger und somit möglicherweise etwas leichter zugänglich – wer mal reinhören möchte: „Warriors Of The Northern Sea“ oder „Set The World On Fire“ empfehlen sich mit ihrem fein austarierten Mix aus Melodie und Härte als Anspieltipps.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.09.2013
Connie Andreszka
R. D. Liapakis
Laki Ragazas, Markus Pohl
Tristan Maiwurm
Massacre Records
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27.09.2013