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Ron Sexsmith: Forever Endeavour

Stil: Singer/Songwriter

Cover: Ron Sexsmith: Forever Endeavour

BOB DYLAN und ELVIS COSTELLO schätzen ihn und seine Musik, PAUL MCCARTNEY dito. Und wenn man RON SEXSMITH mit seinem traurigen Puttengesicht anschaut, seinen besinnlichen Texten über Einsamkeit, Tod, Vergessen und einem Hauch von Hoffnung lauscht, möchte man ihn und seine Musik mögen, ihm auf die Schulter klopfen oder sogar in den Arm nehmen und sagen: „Wird schon gut“, auch wenn das eine glatte Lüge ist.

Gegenüber dem etwas aufgeblasenen, von Bob Rock(!) produzierten, Vorgänger „Long Player Late Bloomer“, der keineswegs so schlecht ist wie er oft gemacht wird („Elton Ron“), präsentiert sich die Mitchell Froom-Produktion „Forever Endeavour“ wesentlich reduzierter, selbst wenn die melancholischen, von SEXSMITH mit brüchiger Stimme hingehauchten Songs von einer Bläser- und/oder Streichersektion unterstützt werden, was gar nicht selten passiert. Doch SEXSMITH vermeidet Überladenheit, lässt das stetig sanft dahinfließende Bächlein kurz zum Flüsschen aufbrausen, ohne dass Aggressivität oder Überschwang die linde Stimmung zerstören.

Kleine Besonderheiten verhindern, dass das Album allzu einschläfernd vorbeizieht. Wie die Ennio-Morricone-Gedächtnis-Trompete in „Nowhere Is“ oder die Twang-Gitarren im Schleicher „If Only Avenue“, der ansonsten SIMON & GARFUNKEL gut zu Gesicht gestanden hätte. Was auch für das folgende „Snake Road“ gilt.

„Forever Endeavour” ist immer noch die perfekte Musik zum Bügeln, Putzen oder kulinarische Finessen für Freunde zubereiten. Ein verlässlicher, unaufgeregter Begleiter mit ein wenig Tiefgang. Wie die meisten der zwölf Veröffentlichungen zuvor. RON SEXSMITH ist dem Geheimtipp-Status längst entwachsen, aber auch „Forever Endeavour” ist nicht das Album, das mit Nachdruck für Begeisterung sorgt und ihn zwischen Kult und Erfolg zum wichtigen Markstein macht. Gefällig, aber nicht essentiell.

FAZIT: “Forever Endeavour” hat starke Momente, aber irgendwie ist es wie immer: Man möchte das Album und seinen Erzeuger mögen; wie den freundlichen Nachbarn, der dauernd so ausschaut, als hätte ihm seine aktuelle Freundin gerade den Laufpass gegeben. Der einem nachdenkliche Stories über den bedauernswerten Zustand der Welt und des eigenen Lebens erzählt, bevor man über das Wetter und den jeweiligen Gesundheitszustand oder das Schulwesen plaudert. Das ist nett, beschaulich und selten eine Qual. Dann verabschiedet man sich bis zum nächsten zwanglosen Treffen, das wieder in gewohnten Bahnen abläuft. Zwischen Tür und Angel, aber ohne Hektik. Ist völlig okay so wie es ist, doch eine innige Freundschaft wird es nie. Dafür fehlt etwas. Und ein bisschen langweilig ist es auch. Aber letztlich ist auch das eine Kunst, die in stressigen Zeiten immer mehr an Gewicht gewinnt.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.02.2013

Tracklist

  1. Nowhere To Go
  2. Nowhere Is
  3. If Only Avenue
  4. Snake Road
  5. Blind Eye
  6. Lost In Thought
  7. Sneak Out The Backdoor
  8. Back Of My Hand
  9. Deepens With Time
  10. Me, Myself And Wine
  11. She Does My Heart Good
  12. The Morning Light
  13. Life After A Broken Heart (Bonustrack)
  14. Autumn Light (Bonustrack)

Besetzung

  • Bass

    Bob Glaub, Davey Faragher

  • Gesang

    Ron Sexsmith

  • Gitarre

    Ron Sexsmith, Val McCallum, Greg Leisz

  • Keys

    Mitchell Froom

  • Schlagzeug

    Pete Thomas, Matt Chamberlain, Michael Urbano, Dan Heffington

  • Sonstiges

    The Calder Group, Albert Romero, Charlene Huang, Joshua Heapley, Dan Higgins, Hagai Izraeli, Lori Stuntz, William Roper, Joe Meyer, Darrell Leonard, John Steinmetz

Sonstiges

  • Label

    Cooking Vinyl

  • Spieldauer

    42:09

  • Erscheinungsdatum

    01.02.2013

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