RUHRSCHREI – diese Kombination aus Urschrei und Abstammung der Band – finde ich einen witzigen Namen. Zugleich lässt dieser Bandname auch deutliche Vermutungen über den Sound der Truppe zu. Und tatächlich haben wir es auf dem Debut-Album "Aufruhr" (schon wieder Ruhr!) mit energischem Punk Rock zu tun.
Die vier Jungs aus Schwerte gehen auf "Aufruhr" über weite Strecken dynamischer zu Werke als viele andere Bands des deutschsprachigen Punk Rock. Gerade bei den Riffs wird hin und wieder die Grenze zum Metal überschritten. Trotzdem ist die Mucke eingängig und die meisten Stücke gehen gut ins Ohr. Die Texte sind wie in der Spielart gewohnt hauptsächlich sozial- und gesellschaftskritisch. Diese werden in flotter und kraftvoller Art aber gelungen interpretiert. Das Tempo wird nur selten abgebremst wie zum Beispiel beim melodischeren "Sommer an der Ruhr", aber auch dann bleibt die Band immer den Punk-Rock-Wurzeln treu.
Manchen mag es vielleicht ein bisschen an der Vielfalt fehlen, aber ich mag den Punk mehr energisch und schnörkellos. Deswegen treffen RUHRSCHREI mit ihrem Werk bei mir auch ziemlich ins Schwarze. Anspieltipps? Tja, da gibt es bei den satten 16 Tracks eigentlich recht viele. "Ruhrschrei", "Brauner Bastard", "Sommer an der Ruhr", "Individuum", "Alles ändern", "Ruhr-Romantik", "Viva El Toro" und "Komm mit uns" sind meine Albumfavoriten, aber letztendlich wird über die gesamte Distanz ein konstant gutes Songwriting-Level gehalten.
Handwerklich machen die Musiker ebenfalls eine gute Figur. Sie verstehen es, ihre flotte und energische Mucke technisch gekonnt in Szene zu setzen. Und das Organ von Sänger Christian hat genau die richtige Power, Ausdruckskraft und Forschheit, um die Dynamik der Stücke weiter zu forcieren.
FAZIT: Ein gutes Punk-Rock-Album, insbesondere, wenn man die energische und kraftvolle Seite der Spielart bevorzugt.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.03.2013
Manu, Bobo
Christian
Bobo, Manu
Mick
SN-Punx/New Music Distribution
34:40
21.12.2012